Wuppertal



Reisedatum:  Samstag, 25.07.2020

 

An- und Abreise:  per Bahn

 

Vor Ort:  Zu Fuß, Schwebebahn, Bus


Wuppertal? Wuppertal!

Vielleicht nicht die Stadt, die man in einem Reiseblog erwarten würde... andererseits: warum nicht?

 

Warum fährt man nach Wuppertal? Für mich gab es genau zwei Gründe: 1. Ich war noch nie in Wuppertal und 2. viel wichtiger: die Schwebebahn! Die war tatsächlich der Hauptgrund, weshalb ich mir auch keinen besonderen Plan für den Tag machte, außer: Schwebebahn fahren. Dass Wuppertal generell nicht mit einer hohen Dichte an Sehenswürdigkeiten aufwarten kann, war mir allerdings auch schon vorher bekannt.

 

Die Hinfahrt mit Umsteigen in Mainz verlief erwartet problemlos. Erfreulicherweise wird im ICE inzwischen wieder Service am Platz angeboten. Das bringt jedoch nichts, wenn beim Bestücken des BordBistros die Brötchen vergessen werden - also kein Frühstück :-(

 

Am Hauptbahnhof angekommen, ging es über den Bahnhofsvorplatz in einen Aufzug (!), um den Höhenunterschied zum Anfang der Fußgängerzone zu überwinden. Generell muss man über Wuppertal wissen, dass es hier nicht das eine Stadtzentrum und die Vororte gibt, sondern - historisch bedingt durch die früher selbstständigen Städte Barmen und Elberfeld - mehrere Zentren. Der Wuppertaler Hauptbahnhof steht im früheren Elberfeld. Nach wenigen Metern sah ich dann die Schwebebahn bzw. ihre Haltestelle "Hauptbahnhof". Natürlich kannte ich die Schwebebahn aus "Funk und Fernsehen" und vor allem von der sagenhaft umfangreichen Internetseite www.bahnen-wuppertal.de, aber Bilder sind Bilder und ersetzen nicht das "Live-Erlebnis". Die Schwebebahn ist - nicht nur aufgrund ihrer in dieser Form weltweiten Einzigartigkeit - wirklich ein spannendes Verkehrsmittel. Also rein in das doch ziemlich schaukelnde Gefährt und auf zur Endstation Oberbarmen. Größtenteils schwebt die Bahn über der Wupper und erlaubt aus der Höhe interessante Blicke auf die Stadt und die Straßen - erlebt man zu Fuß oder in einer Straßenbahn einfach völlig anders. Was direkt auffiel: Wuppertal ist keine schöne Stadt! Ich kann nicht genau beschreiben, aber mir hat es einfach nicht gefallen. Wohnhäuser, Industrie, Gewerbe, öffentliche Gebäude usw usw - alles irgendwie durcheinander gewürfelt. Überhaupt ist das Stadtbild durch die Geografie recht speziell: Es gibt praktisch keine ebenen Strecken, sondern es geht immer nur bergauf, bergab oder irgendwie über die Wupper. Vielleicht übertrieben formuliert, aber so kam es mir vor. Am einen Ende der Schwebebahn angekommen, ging es zu Fuß recht planlos (und recht steil bergan) durch den Stadtteil Oberbarmen. Vielleicht war es die "falsche" Straße, aber das machte alles irgendwie einen recht runtergekommenen Eindruck... Mit dem Bus dann wieder zurück zum Schwebebahn-Bahnhof und von dort einmal komplett die 13 km bis zum anderen Ende in Vohwinkel. Auf dem Weg dorthin durchquert die Schwebebahn ein großes (Bayer-)Werk - fühlt sich etwa so an, als würde man durch die BASF schweben. Die letzten Kilometer geht es dann quer über die Autobahn und entlang einer Hauptstraße bis zum Endbahnhof. In der Schwebebahn war es übrigens ganz schön laut, aber noch kein Vergleich zu dem akustischen Erlebnis, wenn der Zug über einen hinwegfährt. So interessant dieses Verkehrsmittel auch ist, in unmittelbarer Nähe davon wohnen möchte ich nicht. Von der Wendeschleife Vohwinkel bin ich dann unter der Bahn wieder eher ziellos in die andere Richtung gelaufen. Auch hier alles nicht so attraktiv, daher gibt es auch am Ende dieser Zeilen nicht viele Fotos von Sehenswürdigkeiten - ich hab halt fast keine gesehen :-) Nach kurzem Mittagessen bei einem zufällig entdeckten Italiener (leckere Tortellini!) ging es mit der Schwebebahn wieder zurück an den Hauptbahnhof. Von dort bin ich dann noch durch die Fußgängerzone (sehr voll!) gelaufen, an seltsamen Kunstwerken (siehe Bilder) vorbeigekommen und wollte/musste zum Abschluss dann unbedingt nochmal einen steilen "Passaufstieg" zur Wuppertaler Stadthalle unternehmen - schönes Gebäude! Zurück zum Hauptbahnhof ging es dann ebenso steil wieder bergab. Ich hatte zwar noch über anderthalb Stunden bis zur Rückfahrt, aber zu mehr waren die müden Knochen nicht mehr im Stande.

 

Die Heimfahrt mit Umsteigen in Köln-Deutz und Mainz lief dann problemlos. Alles in allem ein spannender Tag, aber ich wüsste aus dem Stand keinen Grund, warum ich Wuppertal nochmals besuchen sollte...