Wolfsburg



Reisedatum:  Mittwoch, 19.01.2022

 

An- und Abreise:  per Bahn

 

Vor Ort:  Zu Fuß


Beim zweiten Ausflug des Jahres ging es weniger um die Stadt an sich, sondern um ein bestimmtes Ziel innerhalb der Stadt - immerhin nennt sich dieses Ziel selbst "Autostadt". Wolfsburg also, von Worms mit nur einem Umstieg in gut vier Stunden erreichbar. Der Zugchef im ICE gab unterwegs deutlich zu erkennen, wes Geistes Kind er ist mit der einprägsamen Durchsage: "Bitte beachten Sie die Verpflichtung zum Tragen einer medizinischen Maske während der gesamten Zugfahrt und machen Sie aus ein paar Erdnüssen kein 5-Gänge-Menü." Vielleicht wollte er ja witzig sein, vielleicht ging ihm bei der Durchsage auch einer ab - wer weiß das schon...

Die Autostadt liegt direkt hinter dem Hauptbahnhof und ist von diesem nur durch den Mittellandkanal getrennt. Also rüber über die Brücke und... erstmal zum Corona-Test. Dank einer glorreichen "Empfehlung" des RKI gelten mit J+J erst- und einem anderen Impfstoff zweitgeimpfte Menschen urplötzlich nicht mehr als geboostert. Zwischen Zweit- und Drittimpfung müssen "natürlich" dennoch drei Monate liegen, und in der Zwischenzeit muss man sich für ungefähr jede Freizeitbeschäftigung testen lassen. Anyway, gehört nicht hierher, und ich rege mich schon wieder unnötig auf, was ich ja dieses Jahr ganz unbedingt vermeiden möchte :-)

Die Autostadt besteht aus einem großen Kundencenter mit den bekannten Türmen, einem Automuseum ("Zeithaus"), Gastronomie und verschiedenen Pavillons, in denen sich die einzelnen Marken des VW-Konzerns präsentieren. Die Pavillons sind architektonisch (außen wie innen) sehr unterschiedlich gestaltet, vor allem der Porsche-Pavillon mit dem riesigen geschwungenen Vordach hat mir sehr gut gefallen. Ich bin alle Pavillons nach und nach abgelaufen und habe dabei viele bekannte und auch einige neue Autos kennen gelernt. Überall prominent vertreten auch elektrisch betriebene Fahrzeuge - um das Thema kommt man inzwischen (leider!) nicht mehr herum. Zum Abschluss des Rundgangs ging es dann ins Museum. Bekanntermaßen hat die Marke VW a) nicht so eine lange Geschichte wie zB. Mercedes, BMW und andere und b) schon gar nicht so eine große Modellvielfalt. Über viele Jahrzehnte gab es praktisch nur zwei Modelle: Käfer und Bus. Dem entsprechend stehen in der Ausstellung überwiegend Modelle anderer Hersteller und natürlich auch solche, die inzwischen zum Konzern gehören, u.a. Porsche, Lamborghini usw. Bin ja ein (kleiner) Autofreak, und besonders die Teilausstellung zum Thema Stilikonen fand ich grandios. Die Bildergalerie weiter unten mag einen kleinen Eindruck von der Vielfalt der Ausstellung vermitteln. Inzwischen hatte ich ordentlich Hunger bekommen. Was isst man in der Autostadt? Ganz klar: Die VW-Currywurst! :-) 

Die Zugverbindung für die Rückfahrt hatte ich leider falsch - nämlich zu spät - gewählt. Ich hatte überhaupt nicht bedacht, dass das langsame Herumschlendern und viele Stehen und Staunen erheblich ins Kreuz geht, was sich auch durch großzügiges Nachschütten von Schmerztabletten nicht unmittelbar beheben ließ. Außerdem war es den ganzen Tag lausig kalt und windig geblieben, was nicht gerade zu einer größeren Runde einlud. Ich bin dann noch eine gute Stunde durch die Fußgängerzonen und einige Nebenstraßen marschiert, bevor ich den Rest der Wartezeit beim Bahnhofsbäcker verbrachte. Bilder aus der Innenstadt gibt es übrigens keine, da ich absolut nichts vorgefunden habe, was mir fotografierenswert erschien. Es gibt in Wolfsburg bestimmt auch schöne Ecken und/oder Sehenswürdigkeiten, aber nicht auf dem Weg, den ich gelaufen bin. Ich will es mal so beschreiben: Stellt euch Ludwigshafen vor, nur nicht ganz so menschenleer und ein bisschen weniger trostlos, aber wirklich nur ein bisschen :-)