Würzburg



Reisedatum:  Samstag, 06.03.2021

 

An- und Abreise:  per Bahn

 

Vor Ort:  Zu Fuß


(geschrieben am 31.03.2021)

Auf der Liste der noch zu besuchenden Welterbestätten in Deutschland stand die Würzburger Residenz aufgrund der leichten Erreichbarkeit (nur 1x Umsteigen) schon länger weit oben. Also ging es am ersten Samstag im März nach Würzburg. Vom eher am Rand der Stadt gelegenen Hauptbahnhof führte mich mein Weg zunächst durch einen größere Grünanlage, den Ringpark, der dem Verlauf der ehemaligen Festungsanlagen folgt. Nach ca. einer halben Runde um den Ring erreicht man sozusagen die Rückseite des an die Residenz angrenzenden Hofgartens. Dieser liegt allerdings hinter einer hohen und dicken (begehbaren) Mauer, und ist von dieser Seite nicht zugänglich. Der Ringpark ist in diesem Bereich viel breiter und offener, teilweise als Landschaftsgarten mit Wasserelementen und Pflanzen aus aller Herren Länder - jedenfalls sehr schön anzuschauen und im Sommer sicherlich noch viel beeindruckender. Quer über den Hof des Würzburger Amtsgerichts ging es dann weiter auf die an der Residenz vorbeiführende Straße. Der Platz vor der Residenz ist riesig, die Nutzung als Parkplatz ist einerseits schade, aber andererseits wohl unvermeidlich, da mir auch im weiteren Verlauf des Weges kaum Parkhäuser aufgefallen sind. Und die Residenz selbst ist natürlich ein gewaltiges Gebäude! Ich bin ja nicht so der Museumsgänger und Schlossbesichtiger, aber dass die Residenz dank Corona natürlich nicht betreten werden konnte, war schon schade. Also ging es dafür in den nicht minder beeindruckenden Hofgarten. Die unten folgenden Bilder sprechen für sich, alleine die Dimensionen sind schon toll. Schön fand ich auch, dass man auch auf der riesigen Mauer um den Hofgarten herumlaufen kann, was von oben nochmal ganz andere Blickwinkel ermöglicht. Nach ausgiebigem Kreuz und Quer durch den Garten war mein Hauptziel für den Ausflug eigentlich schon erreicht. Wie also weiter? Zunächst wollte ich in Richtung Mainufer und dort entlang dann irgendwie wieder in die Altstadt laufen. Vorbei an der Neubaukirche ging es auf geradem Weg runter an den Main. Hier fiel mein Blick auf die sich am anderen Ufer hoch über der Stadt befindliche Festung Marienberg. Zunächst hielt es für eine ziemliche Schnapsidee, da evtl. hochzulaufen, weil es a) zu weit und vor allem b) viel zu steil aussah. Aber wenigstens wollte ich mal ans andere Ufer laufen, um wenigstens auf der wunderschönen Alten Mainbrücke gestanden zu haben. Auf der anderen Seite wies die Beschilderung auf zwei verschiedene Wege in Richtung Festung hin, die sich in der geschätzten Gehzeit und daher wohl auch in Länge und Steilheit unterschieden. Jedenfalls packte mich plötzlich sowas wie Ehrgeiz, und ich wählte den flacheren (für mich aber immer noch fürchterlich steilen) Weg durch die Weinberge hoch zur Festung. Es ging durch verwegene Tunnels und für mich erschreckend an fast keiner Sitzgelegenheit vorbei. Meine schlechte Kondition ist sicher nicht repräsentativ für die meisten, die sich auf diesen Weg machen, aber warum man hier nicht zwischendrin mal die ein oder andere Bank aufstellt, ist mir ein echtes Rätsel. Nach schweißtreibendem Marsch mit Verlängerung (denn um in die Festung reinzukommen, muss man noch einmal komplett außenrum) hatte ich es schließlich geschafft. Es ging nach vorne auf eine breite Mauer, auf die man sich bequem setzen konnte und mit einem absolut atemberaubenden Blick auf die gut 100 Meter unter einem liegende Stadt entschädigt wurde. Es hatte sich also doch gelohnt! Hier blieb ich dann erstmal eine halbe Stunde sitzen und grübelte bereits über den Rückweg. Zuvor ging es aber noch in den Innenhof der Festung zur aus dem 11. Jahrhundert stammenden Marienkirche, die aber leider auch geschlossen war. Wieder nach unten wählte ich dann den steileren und kürzeren Weg, was aber keine gute Idee war. Bergab laufen ist für mich furchtbar anstrengend, da ich permanent Angst habe, ins Trudeln zu kommen und nicht mehr bremsen zu können. Dem entsprechend verkrampft setze ich dann kurze Schritte, was unweigerlich schon sehr bald zu üblen Rückenschmerzen führt. Unten angekommen war ich dann ganz schön bedient und wollte eigentlich nur noch möglichst schnell wieder an den Bahnhof. Hunger und Neugier trieben mich dann aber doch nochmal zurück in die Innenstadt, wo es auf dem Marktplatz eine sehr leckere fränkische Bratwurst gab :-) Vorbei an Marienkapelle, Würzburger Dom und Augustinerkirche ging es dann aber wirklich zum Bahnhof, wo ich ziemlich geschafft die Heimfahrt antrat. Würzburg ist definitiv eine Reise wert!