Quedlinburg



Reisedatum:  Samstag, 17.04.2021

 

An- und Abreise:  per Bahn

 

Vor Ort:  Zu Fuß


12 Stunden Bahnfahrt für 3 Stunden Quedlinburg? Aber gern :-)

Quedlinburg steht vermutlich nicht bei vielen auf dem Zettel, aber es ist ein echter Tipp! Den Welterbestatus trägt die Stadt aus meiner Sicht völlig zurecht. Wunderschöne Altstadt mit vielen Fachwerkhäusern, sehr gemütlich. Erinnerte mich ein wenig an die Altstadt von Görlitz, aber irgendwie noch "uriger", kleiner, echter. Dazu trug nicht zuletzt auch bei, dass es in der gesamten Altstadt keine asphaltierten Straßen gibt, sondern ausschließlich Kopfsteinpflaster in fast jeder denkbaren Ausführung. Gleiches gilt für die Fußgängerwege, was das Stadtbild zwar schöner, das Laufen für mich jedoch bedeutend schwieriger macht. Aber der Reihe nach... Die Anreise über Mannheim, Braunschweig und Magdeburg verlief reibungslos. Vom Quedlinburger Bahnhof führt zunächst eine Brücke über die Bode, und danach ist man schon in der Stadt. Ohne festen Plan bin ich zunächst linker Hand gelaufen, vorbei an einem größeren ehemaligen Fabrikkomplex, heute erfreulicherweise noch anderweitig genutzt und daher nicht verfallen. Überhaupt sind mir auf dem ganzen Weg nur sehr wenige Ruinen begegnet, das sieht in anderen ostdeutschen Städten teils viel trüber aus. Vorbei am alten Wasserwerk ging es durch eine parkähnliche Anlage und kurz darauf wieder zurück Richtung Stadtmitte. Rechts und links der Straße hier viele Villen, vermutlich aus der Gründerzeit (?). Schon war ich in der Altstadt angekommen, aus der sich der Schlossberg mit der Stiftskirche St. Servatius erhebt. Die Kirche ist leider derzeit eine Großbaustelle - außen wie innen - so dass sich nicht die allerschönsten Fotomotive ergaben. Natürlich musste ich dennoch rauf auf den Berg, was über eine wenig schön zu laufende Gasse und noch viel weniger schöne da viele Treppen geschah. Das Innere der Kirche - vor allem die mittelalterliche Krypta mit den erhaltenen Deckenmalereien - sowie der wirklich grandiose Ausblick auf die Stadt entschädigten aber für die Mühen. Anschließend ging es wieder runter und mehr oder weniger kreuz und quer durch die Gassen der Altstadt. Ich will hier gar nicht groß einzelne Gebäude erwähnen, hier ist es wirklich das Gesamterlebnis, welches Eindruck macht. Besonders schön das Ensemble rund um den Marktplatz, mit vielen Fachwerkhäusern und dem historischen Rathaus. Leider forderte das schlechte Geläuf und die daraus resultierende angestrengte Laufweise bald ihren Tribut und ich musste meinen geplanten Rundweg deutlich abkürzen. Nach nur drei Stunden war ich schon wieder am Bahnhof und machte noch einen kleinen Schwenker nach Thale an den Endpunkt der Bahnstrecke von Magdeburg. Die Heimreise war leicht umständlich mit Umstiegen in Halberstadt, Halle/Saale, Erfurt und Mannheim, aber erfreulicherweise waren alle Züge pünktlich. Die in Worms geltende Ausgangssperre wurde konsequent ignoriert - man darf sich halt nur nicht erwischen lassen :-)