Paris



Reisedatum:  Samstag, 24.07.2021

 

An- und Abreise:  per Bahn

 

Vor Ort:  Zu Fuß, Metro


Zum zweiten Mal nach 2017 war ich am vorletzten Samstag im Juli in Paris. Warum? Weil ich einfach Lust darauf hatte :-)

Die Anreise mit dem Zug ist unschlagbar bequem und schnell, mit dem Auto würde man allein bis an die Stadtgrenze von Paris doppelt so lange brauchen, und dank der PKW-Maut in Frankreich sogar noch mehr Geld ausgeben. Stattdessen geht es viel einfacher: Über Mannheim und Karlsruhe dauerte die Fahrt insgesamt knapp über vier Stunden, davon fast 40 Minuten Aufenthalt in Karlsruhe. 

 

Angekommen im Gare de l´Est, einem der großen Pariser Kopfbahnhöfe, ging es direkt nach unten zur Metro. Das Metro-System in Paris fand ich schon bei meinem ersten Besuch genial, da man damit wirklich überall hinkommt und die Züge alle paar Minuten verkehren. Für uns Deutsche sehr ungewohnt ist dabei das völlige Fehlen der Barrierefreiheit. Die meisten Metrostationen haben inzwischen 100 Jahre oder mehr auf dem Buckel, und das sieht man ihnen teilweise auch an. Besonders in den größeren Umsteigestationen wie Châtelet muss man viel laufen, vor allem viele Treppen. Das liegt unter anderem daran, dass sich die Metrolinien in solchen Bahnhöfen eher zufällig kreuzen, und nicht etwa geplant auf gleicher Ebene. Man läuft also von einer Linie zur anderen durch mehrere Tunnels, hoch, runter, rechts, links.... ziemlich abenteuerlich! Nur am Rande will ich noch erwähnen, dass die Züge immer proppenvoll sind, wer also aufgrund von Corona auf seinen persönlichen Sicherheitsabstand nicht verzichten möchte, sollte da auf keinen Fall einsteigen :-) Eingestiegen bin ich aber natürlich trotzdem, und zwar zunächst in Richtung der Station Trocadero in der Nähe des Eiffelturms. Aus der Metrostation heraus kommt man direkt auf den großen Platz zwischen den Gebäudeteilen des Palais de Chaillot, von wo man den wohl bekanntesten Blick auf den Eiffelturm genießen kann. Über viele Treppen geht es dann hinunter durch die Jardins du Trocadéro (wunderschöne Gartenanlagen) bis zur Pont d´Iéna direkt am Eiffelturm. Über den Eiffelturm selbst brauche ich sicher nicht viel zu schreiben, aber da mal direkt davorzustehen hat schon was! Vorbei an vielen - allerdings freundlichen und nur mäßig aufdringlichen - Souvenirverkäufern bin ich einmal um den Eiffelturm herumgelaufen. Direkt drunter durch geht leider nicht (mehr), da vor einigen Jahren eine Plexiglaswand installiert wurde, vermutlich aus Sicherheitsgründen. An den Eiffelturm schließt sich mit dem Champ de Mars eine weitere große Grünanlage an, die ich dann komplett durchquert habe, bis zur dahintergelegenen baulich beeindruckenden École militaire. Von hier führte mich der Weg zu einer der nächstgelegenen Metrostationen (La Motte Picquet Grenelle) und dann weiter unterirdisch bis zum riesigen Place de la Concorde. Hier ist man wirklich im Zentrum von Paris angekommen, auf der langen Westost-Achse mit Blick bis zum Louvre auf der einen Seite und bis zum Arc de Triomphe auf der anderen Seite. Letzterer war mein nächstes Ziel, aber zuvor wollte ich unbedingt noch den Obelisken auf dem Place de la Concorde aus der Nähe betrachten. Für den eher fußlahmen Fußgänger bei komplett ausgeschalteten Ampeln in Verbindung mit dem eher ambitionierten Fahrverhalten des gewöhnlichen Franzosen war das eine verwegene Unternehmung, aber es hat tatsächlich funktioniert! Der Blick von dieser großen Verkehrsinsel über die Champs-Élysées ist jedenfalls sehr beeindruckend. Bevor es auf die Champs-Élysées ging, machte ich noch einen kleinen Abstecher an die Seine, und zwar über die benachbarten Pont Alexandre III und Pont des Invalides. Dann aber endlich auf die große Prachtstraße, und vorbei an den vielen vielen Geschäften weltbekannter Marken. Für mich ja der blanke Horror, aber es soll ja tatsächlich Leute geben, die hier gerne mal eine Shoppingtour machen würden :-) Nach einiger Zeit erreichte ich den Arc de Triomphe - ebenfalls ein sehr beeindruckendes Bauwerk, an dem leider auch fleißig gebaut wurde, daher konnte man ihn nur mit Kränen usw. fotografieren. Der Platz um den Arc de Triomphe ist praktisch ein riesiger Kreisverkehr, von dem ganze zwölf (!) Straßen abgehen. Dieses Schauspiel des Straßenverkehrs schaute ich mir dann von einer Bank aus in Ruhe an und konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, dort selbst mit dem Auto langzufahren. Auf dem Kreisverkehr gibt es keine eingezeichneten Spuren, geschweige denn solche für die abzweigenden Straßen, was dazu führt, dass jeder im Prinzip so da durchfährt, wie es ihm gerade passt - haarsträubend! Weiter ging es anschließend zur Metrostation Argentine und von dort zum Louvre. Die Zeit reichte natürlich nicht für einen Museumsbesuch, dafür sollte man wohl allein schon einen ganzen Tag einplanen (und davon bestimmt ein Viertel alleine fürs Anstehen). Aber ein kurzer Abstecher in das unterirdische Einkaufszentrum war dann schon drin, nicht zuletzt auch weil ein menschliches Bedürfnis seinen Tribut forderte. Wieder oben angekommen, machte ich mich auf den Weg zum vorletzten Ziel des Tages: Notre-Dame de Paris. Auch zu der auf der Île de la Cité gelegenen Kathedrale muss man keine großen Worte verlieren, sie ist einfach wunderschön. Die schlimmen Bilder vom Brand vor zwei Jahren im Kopf, bin ich dann einmal um die weiträumig abgesperrte Kirche gelaufen. Immerhin steht sie noch! Anschließend hieß es ein letztes Mal: Ab in die Metro. Von der Station Cité ging es auf direktem Weg zum Gare du Nord. Natürlich kann man nicht nach Paris fahren, ohne dort auch gut französisch zu essen, zumindest meiner Meinung nach. Eigentliches Ziel war das Restaurant Terminus Nord, welches ich schon bei meinem ersten Besuch kennen und schätzen gelernt habe - allerdings hat es wohl bereits seit letzten Oktober geschlossen. Das benachbarte La maison blanche war aber letztlich kein schlechter Ersatz; dort ließ ich mir mit schönem Logenblick auf den Gare du Nord dann Schnecken, Seezunge und Käseplatte schmecken :-) Der Tag in Paris neigte sich dem Ende zu, und pappsatt machte ich mich auf den kurzen Fußweg zurück zum Gare de l´Est. Dort dann noch zwei für den deutschen Bahnfahrer ungewohnte Beobachtungen: Zumindest auf den Pariser Fernbahnhöfen gibt es im Fahrplan keine festen Gleiszuordnungen, d.h. von welchem Gleis der jeweilige Zug abfährt, steht erst dann fest, wenn er da ist. Und zweitens die Bahnsteigsperren, die es nach meiner Erinnerung 2017 jedenfalls noch nicht gab - evtl. auch eine Sicherheitsmaßnahme?! Wie auch immer, der TGV fuhr pünktlich ab und brachte mich in nur wenig mehr als drei Stunden bis nach Mannheim.

 

Paris - immer eine Reise wert!