Magdeburg + Hildesheim



Reisedatum:  Samstag, 10.04.2021

 

An- und Abreise:  per Bahn

 

Vor Ort:  zu Fuß


In Magdeburg habe ich bereits 2018 ein paar Tage verbracht. Anlass war der damalige Meisterschaftsgipfel des Deutschen Schachbundes inkl. Bundeskongress, bei dem ich die Ehre hatte, meinen Landesverband als Delegierter zu vertreten. Auch heuer hatte die Reise einen schachlichen Bezug, denn es war ein kurzer Freundschaftsbesuch bei der in Magdeburg stattfindenden DSB-Kaderchallenge. Die Anreise über Braunschweig verlief holprig, da der ICE von Mannheim über 20 Minuten Verspätung hatte und der Anschluss in Braunschweig somit eigentlich schon verpasst war. Aber wenn es bei der Bahn mal hakt, hat ja meistens alles Verspätung, daher hat es dann doch noch geklappt :-) In Magdeburg reichte die Zeit nur für eine kleine Runde ums Hotel, in dem das Turnier stattfand. Zur Stadt selbst braucht man nicht viel zu sagen, mir hat sie schon 2018 sehr gut gefallen. Touristische Highlights sind natürlich die Grüne Zitadelle von Friedensreich Hundertwasser und der Magdeburger Dom mit seinem wunderschönen Kreuzgang. Zum Start des Schachturniers wollte ich - da ohnehin keine Zuschauer erlaubt waren - dann weiter. Spontan kam mir die Idee, nach Hildesheim zu fahren, was ohnehin auf dem Weg lag und mir außerdem die Möglichkeit bot, ein weiteres Häkchen auf der Weltkulturerbe-Liste zu setzen. Hier zeigte sich dann auch mal, dass es sich aus meiner Sicht durchaus gelohnt hat, die Probe BahnCard 100 für die 1. Klasse zu bestellen. Von Magdeburg fuhr nämlich ein Ersatz-IC mit nur dem halben Sitzplatzangebot, was dazu führte, dass die 2. Klasse völlig überfüllt war und die Leute teilweise im Gang stehen mussten. Das ist ohnehin nicht sehr angenehm, in Corona-Zeiten ist es für mich sogar völlig inakzeptabel. Zum Glück war in der 1. Klasse reichlich Platz :-) Passend zum Thema "Corona" erhielt ich in Hildesheim dann noch Nachhilfe in Bezug auf völlig schwachsinnige Regeln: In der Fußgängerzone herrscht Maskenpflicht - so weit so bekannt. Im Allgemeinen ist man für die Zeit der Nahrungsaufnahme von der Maskenpflicht befreit, da erstere sonst ja etwas schwierig wird. Hier wird in Hildesheim aber klar differenziert: Essen im Stehen oder Sitzen? Kein Problem! Essen beim Laufen? Streng verboten! Der Herr vom Ordnungsamt erklärte mir das sehr sachlich, so dass ich auf die Nachfrage verzichtete, wie es denn im Liegen wäre... Aber genug von diesem traurigen Thema. Denn Hildesheim ist wirklich schön! Ich hatte nur gut zwei Stunden zur Verfügung und nutzte die Zeit für eine Runde durch die Alt- bzw. Innenstadt. Sehr vorbildlich wird man hier von vielen Hinweistafeln (leider oftmals graffitibeschmiert) geleitet sowie vom sog. Hildesheimer Welterbeband. Für oftmals orientierungslose Menschen wie mich ist das sehr praktisch! Ich folgte also den Granitplatten auf dem Boden und erreichte zuerst die Michaeliskirche mit der eindrucksvollen Krypta. Weiter ging es dann zum in seinen Grundzügen aus dem 9. Jahrhundert stammenden Mariendom. Leider fand dort gerade ein Gottesdienst statt, so dass ich das Innere nicht besuchen konnte - schade! Also weiter ins Zentrum, bis ich dann mein persönliches Highlight erreichte, nämlich den Marktplatz. Rund um den gar nicht mal so großen Platz sind wunderschöne mittelalterlich anmutende Fachwerk- und Prunkhäuser angeordnet. Bis auf das Tempelhaus handelt es sich zwar um Nachbauten aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg, aber das schmälert aus meiner Sicht nicht den tollen Eindruck. Jedenfalls ein schöner Abschluss der kleinen Runde durch Hildesheim. Danach ging es zurück zum Bahnhof und über Frankfurt und Biblis wieder in die Heimat.