München



Reisedatum:  Dienstag, 04.01.2022

 

An- und Abreise:  per Bahn

 

Vor Ort:  Zu Fuß


Der erste Ausflug des Jahres 2022 führte mich in die bayrische Landeshauptstadt, die ich 2020 ja schon einmal besucht hatte. Werktags gibt es eine ICE-Direktverbindung, mit der man schon um kurz vor halb 10 in München ist - sehr praktisch! Der Wetterbericht war eher vage, und es war unklar, ob und wie viel Regen es geben würde. Im Falle von viel Regen war mein Plan B, ein paar Museen zu besuchen - vor allem das noch recht neue NS-Dokumentationszentrum - und mit der U-Bahn raus nach Fröttmaning zur Allianz-Arena zu fahren. 

 

Doch um es vorweg zu nehmen: Der Regen hörte kurz nach meiner Ankunft auf und kehrte auch nur ganz sporadisch zurück. Also blieb es bei Plan A: Einfach loslaufen und mal gucken was passiert :-) Vom Hauptbahnhof ging es zunächst nach Norden in die Maxvorstadt bis zum Königsplatz. Auf dem Königsplatz wähnt man sich angesichts der umgebenden Gebäude eher in Athen als in München, wobei ich jetzt nicht sagen kann, dass mir der Gesamtkomplex besonders gut gefällt, da es durch die vielen Freiflächen irgendwie halbfertig wirkt. Ganz im Gegensatz zur dichten Bebauung der Maxvorstadt mit den vielen vier- oder fünfstöckigen Wohnhäusern im klassizistischen Stil. Fast alle Häuser haben eine Ladenzeile im Erdgeschoss, und gefühlt jedes zweite Geschäft ist ein Friseur :-) Irgendwann war ich dann schon im Stadtteil Schwabing angekommen, überrascht von meiner verhältnismäßig guten Fitness. Nach Westen hätte ich zum Olympiapark weiterlaufen können, aber den kannte ich ja bereits vom letzten Besuch. Also stattdessen nach Osten bis zur Leopoldstraße und ab hier wieder nach Süden. In einer Bäckerei an der Münchner Freiheit machte ich Rast und suchte anschließend vergeblich das Denkmal von "Monaco Franze"... Vorbei am Walking Man ging es weiter zum Siegestor, das natürlich immer ein schönes Fotomotiv ist. Hier kam dann sogar die Sonne raus und ermöglichte ein paar spannende Aufnahmen in Richtung Odeonsplatz, den ich anschließend ansteuerte. Als geschichtsinteressierter und -gebildeter Mensch denkt man auf dem Odeonsplatz stehend unweigerlich zurück an Jahre wie 1923, 1933 ff., was bei mir immer ein leichtes Schaudern auslöst. Natürlich kann der jeweilige Ort nichts dafür, wozu er in früheren Zeiten missbraucht wurde, aber etwas beklemmend ist es irgendwie trotzdem. 

 

Vom Odeonsplatz bin ich im Anschluss zum Karolinenplatz weitergelaufen und einmal um die Alte Pinakothek und die Pinakothek der Moderne herum. Ich fühlte mich noch immer erstaunlich fit und steuerte die Altstadt bzw. zunächst den Marienplatz an. Die Altstadt von München ist hier wirklich wunderschön - viele alte Häuser, die Marienkirche, das Rathaus, die Peterskirche usw. usw. Gefällt mir! Naheliegendes Ziel war natürlich auch noch der Viktualienmarkt, den ich 2020 ja nur geschlossen vorgefunden hatte. Also einmal kreuz und quer durch die ganzen Stände und Buden, natürlich nicht ohne die ein oder andere Delikatesse zu erstehen :-) Das Wetter war inzwischen wieder etwas schlechter geworden und vor allem ziemlich windig. Das ist für die allermeisten vermutlich kein Problem, für mich und meinen extrem eingeschränkten Gleichgewichtssinn jedoch schon. Also ging es nur noch kurz zum Sendlinger Tor und von dort schnurstracks zurück zum Hauptbahnhof. Vor der Rückfahrt war noch die spannende Frage zu klären: Essen im Zug oder Essen daheim? Die Entscheidung wurde mir dann dadurch abgenommen, dass es im BordRestaurant außer Leitungswasser und Frischetüchern ungefähr nichts gab - Deutsche Bahn halt :-) Soll den Eindruck eines wirklich schönen Tages in München aber keinesfalls schmälern!