Köln



Reisedatum:  Samstag, 19.12.2020

 

An- und Abreise:  per Bahn

 

Vor Ort:  Zu Fuß


Köln war die einzige deutsche Millionenstadt, die ich in diesem Jahr noch nicht besucht hatte, gepaart mit den hervorragenden Wetteraussichten also Grund genug, dort hinzufahren. Dabei ging es nicht so sehr um Sehenswürdigkeiten, sondern eher um entspanntes Spazieren am Rhein. Vom Hauptbahnhof ging es auf die (fast menschenleere) Domplatte und einmal um den Kölner Dom herum. Zum Dom selbst brauche ich vermutlich nicht viel zu sagen, er ist beeindruckend, und egal wie oft man davorsteht oder drumrumläuft, man wird immer wieder neue Details und neue Perspektiven entdecken. Ich finde ihn jedenfalls toll. Über den Roncalliplatz ging es dann runter an den Rhein. Meine Idee war, einfach mal draufloszulaufen, vermutlich auf der Südbrücke den Rhein zu überqueren und dann auf der Deutzer Seite wieder zurückzulaufen. Vorbei an Groß St. Martin und am Fischmarkt ging es zum Rheinauhafen. Dieser wird bereits seit den 70er-Jahren nicht mehr industriell genutzt und wurde seither zum Wohn- und Freizeitgebiet umgebaut. Schön finde ich, dass man bestimmte Relikte wie einige der alten Rheinkräne restauriert und in die Umgebung eingepasst hat. Architektonisch bemerkenswert natürlich vor allem die drei Kranhäuser. Schneller als erwartet stand ich an bzw. unter der Südbrücke, bei mittlerweile strahlendem Sonnenschein und mehr als 10°. Spontan entschied ich mich, bis zur nächsten (und südlichsten) Brücke weiterzulaufen, immer entlang der Rheinpromenade, die hier "Oberländer Werft" heißt - vermutlich gab es hier früher mal größere Werftanlagen, eine flüchtige Google-Suche blieb jedoch erfolglos. Nach einigen Kilometern erreichte ich dann die Rheinbrücke Köln-Rodenkirchen, auf der es dann zum anderen Ufer ging. Das rechtsrheinische Ufer ist viel läufiger und auf vielen Kilometern völlig unbebaut. Ich vermute, dass es wohl auch eine Funktion als Hochwasserpoller erfüllt. Der Wasserstand des Rheins war jedoch extrem niedrig, so dass man auf großen Sandbänken weit in den Fluss hineinlaufen konnte. Das taten außer mir übrigens viele viele Menschen, die das tolle Wetter ausnutzen wollten. Vorbei an mehreren Camping-, Tennis- und Fußballplätzen ging es wieder nach Norden. Nach einigen Kilometern folgt dann rechter Hand der Deutzer Hafen, der auch heute noch als solcher genutzt wird. Über eine kleine Drehbrücke gelangt man ans weitere Ufer ungefähr auf Höhe der Severinsbrücke. Weiter nördlich schließt sich eine große Asphaltfläche an, die wohl heute als Parkplatz genutzt werden kann, früher gab es hier mal einen größeren Bahnhof. Generell ist das Rheinufer hier mangels Grünflächen nicht mehr so schön. Kurz vor der beeindruckenden Hohenzollernbrücke stand vor dem Hotel Hyatt-Regency der Mannschaftsbus des FC Bayern - eine schöne Überraschung für den Schreiber dieser Zeilen als langjähriges Vereinsmitglied :-) Im Anschluss dann rauf auf die Brücke und vorbei an den - geschätzt 500.000 (!) - Liebesschlössern. Auf jeden Fall ein verrückter Anblick! Ich hatte dann noch Kraft für einen kleinen Umweg in die Altstadt. Ziel war das Denkmal von Tünnes und Schäl. Die Nase des Tünnes zu reiben soll angeblich Glück bringen, ein möglicher Verstoß gegen die Corona-Auflagen wurde dafür gerne in Kauf genommen :-) Nach nunmehr 20 Kilometern war es aber höchste Zeit, zum Hauptbahnhof zurückzulaufen, wo es - man mag es kaum glauben - mit dem Intercity direkt bis nach Worms ging.