Hamburg



Reisedatum:  Samstag, 02.05.2020

 

An- und Abreise:  per Bahn

 

Vor Ort:  Zu Fuß


Hamburg... zweitgrößte Stadt in Deutschland. Ich war zuvor schon in Hamburg, allerdings ist das über 30 Jahre her und in meiner Erinnerung dementsprechend praktisch verschwunden.

Ausflugsziele waren die fünf Hamburger Hauptkirchen, die Landungsbrücken, die Elbphilharmonie und die Speicherstadt. Das alles in einem Zeitfenster von ca. 9 Stunden und zu Fuß. 

 

Die Anreise war im "dank" Corona fast menschenleeren Zug ziemlich gespenstisch, dafür hatte man auch seine Ruhe. Da ich grundsätzlich nur in der 1. Klasse reise, ist es zum Glück meistens ruhig. Leider gab es coronabedingt keine Zeitungen und auch keine Bordgastronomie, Selbstverpflegung war also angesagt.

 

Vom Hamburger Hauptbahnhof ging es durch die Mönckebergstraße Richtung Innenstadt. Große, altehrwürdige Häuser, noble Einkaufsmöglichkeiten - ungefähr so hatte ich mir das vorgestellt. Durch Corona war sicher nur ein Bruchteil der sonst üblichen Menschenmassen unterwegs, aber für mich als Einwohner einer nicht ganz so großen Stadt war doch ganz schön viel los. Nach wenigen Metern kam ich dann auch schon an der ersten Hauptkirche an - St. Jacobi mit der wirklich beeindruckenden Orgel. Über die Steinstraße erreichte ich kurz darauf die nächste Kirche - St. Petri. Die Kirche samt Turm auf ein Foto zu bekommen, erwies sich als praktisch unlösbare Aufgabe (siehe Bildergalerie). Wenige Schritte auf der Mönckebergstraße weiter stand ich dann bereits vor dem Hamburger Rathaus. Das Gebäude ist ungemein beeindruckend und symbolisiert den Kaufmanns- und Bürgerstolz der Stadt. Coronabedingt konnte man leider nicht hinein, aber der Anblick von außen war schon toll. Nach kurzem Umweg über Schleusenbrücke und Poststraße (ich sah dort zufällig einen schönen Turm an einem alten Postgebäude) ging es durch die Große Johannisstraße Richtung Hauptkirche bzw. Mahnmal St. Nikolai. Die Gestaltung mit dem erhaltenen Turm, den Resten der Kirchenmauern und der Kunstwerke im Innern ist beeindruckend. Ich habe mir beim Durchqueren des Kirchenraumes versucht vorzustellen, wie es hier vor 1943 wohl aussah, es ist mir jedoch nicht gelungen. Nebenan entsteht derzeit ein neues Stadtquartier; ich fürchte, nach dessen Fertigstellung wird das bislang doch recht freistehende Mahnmal einiges seiner Wirkung verlieren... Nach Überquerung der Willy-Brandt-Straße stand ich dann schon fast vor der nächsten Hauptkirche - St. Katharinen. Mir war trotz vorherigem Google-Maps-Studium gar nicht so bewusst, wie nah diese vier riesigen Kirchen beieinanderstehen. Es waren wirklich jeweils nur wenige Hundert Meter Fußweg. Über Mattentwiete und Holzbrücke zurück auf die Willy-Brandt-Straße machte mich dann auf den Weg zum "Michel" - also der Hauptkirche St. Michaelis, DAS Wahrzeichen der Stadt. Unterwegs habe ich es beinahe geschafft, mich zu verlaufen und musste durch einige Seitengassen irren, bis ich nahe genug an der Kirche war und den Turm sah... naja passiert. Die Kirche St. Michaelis ist schon eindrucksvoll, gerade auch im Innern. Der sozusagen religiöse Teil des Ausflugs war damit abgeschlossen, und über die Michelwiese ging es geradeaus runter ans Elbufer zur Überseebrücke und zu den Landungsbrücken. Als Reisetipp wurde mir mit auf den Weg gegeben, dass es das beste Fischbrötchen in Hamburg an der Landungsbrücke 10 geben soll. Also lief ich die ganzen Brücken ab und erreichte die Nr. 10 bei unerwartet einsetzendem Regen. Das Fischbrötchen war in der Tat lecker und wurde in der Regenpause genossen. Völlig an mir vorüber ging die Tatsache, dass ich hier schon im Stadtteil St. Pauli gelandet war und es von hier auf die Reeperbahn wohl nur 500 Meter gewesen wären. Allerdings hätte ich dann den Rückweg wohl nicht mehr zu Fuß geschafft, zeitlich wie körperlich... Der Regen verzog sich recht schnell, und es ging an den Landungsbrücken zurück in Richtung Elbphilharmonie. Nach Überquerung der Niederbaumbrücke stand ich also in der Speicherstadt. Was von den alten Lager- und Speicherhäusern noch übrig ist, wurde angemessen restauriert und sieht gut aus. Dazwischen gibt es "hafencitytypische" Wohnbebauung, wobei man sich lieber nicht fragt, wie viele Millionen man hier für eine Wohnung auf den Tisch legen muss. Luxus pur, erkennbar nicht zuletzt an den hier durchfahrenden und parkenden Fahrzeugen. Baulich beeindruckend natürlich auch die Elbphilharmonie, wobei der Eindruck von innen und bei einem Konzert natürlich nochmal etwas ganz anderes sein dürfte. Google Maps verriet mir, dass es von hier zum Hauptbahnhof noch ca. 2,5 km sind, und ich beschloss, auf die U-Bahn zu verzichten und auch den Rest noch zu laufen. Die Speicherstadt verließ ich über den sog. Kibbelsteg und lief dann den Zollkanal entlang Richtung Hauptbahnhof. Auch hier weit und breit große alte und noch größere moderne Häuser - wie man sich eine "Weltstadt" wohl vorstellen kann. Die letzten Meter über Kaiserwall und Steintorwall waren bedingt durch viele Baustellen und viel Straßenverkehr ein weniger schönes Erlebnis, aber ich war auch wirklich kaputt und heilfroh, als ich wieder am Bahnhof war. Dort wurde dann noch ordentlich gegessen (naja...), bevor die Heimreise begann.

 

Alles in allem ein toller Tag in Hamburg!