Höxter



Reisedatum:  Montag, 11.04.2022

 

An- und Abreise:  per Bahn

 

Vor Ort:  Zu Fuß


Endlich mal wieder ein neuer Reisebericht... Warum die verhältnismäßig lange Pause? Mehrere Gründe. Zum einen geht es mir seit der zweiten Märzhälfte gesundheitlich nicht ganz so gut. Ich hatte in der Zeit davor auf die Frage "Wie geht es Dir?" oft mit "gut" oder gar "sehr gut" geantwortet, was mich da jeweils schon ein wenig misstrauisch gemacht hat. Und quasi wie auf Bestellung - abgesehen noch von entzündeten Nebenhöhlen - habe ich seit einigen Wochen starke Schmerzen im linken Knie, also in dem Knie, was eigentlich noch halbwegs in Ordnung ist/war. Die Schmerzen sind (vermutlich) muskulär, wobei ich es nicht genau lokalisieren kann. Laufen geht meistens noch recht gut, aber Treppensteigen ist zu einer richtigen Qual geworden. Mal schauen, ob sich das demnächst wieder bessert, denn eigentlich habe ich ja dieses Jahr noch so einiges vor...

 

Seit dem 01.04. bin ich ja wieder mit der BahnCard100 unterwegs, wobei ich da bislang meistens einfach nur etwas rumgefahren bin. Abgesehen von einer Stippvisite bei der Woltersdorfer Straßenbahn war Höxter das erste konkrete Reiseziel seit einigen Wochen. Aber warum ausgerechnet Höxter? Ganz in der Nähe liegt die Abtei Corvey, seit 2014 Weltkulturerbe der UNESCO. Es handelt sich um eine wunderschöne mittelalterliche Klosteranlage mit Klosterkirche, einem Barockschloss, Friedhof, Nebengebäuden und weitläufigen Grünanlagen. Die Pfarrkirche St. Stephanus und Vitus mit dem markanten Westwerk noch aus karolingischer Zeit und der barocken Innengestaltung ist für sich genommen schon ein Highlight - jede Menge Baustile in einem Gebäude vereint. Direkt neben der Kirche liegt ein kleiner Friedhof, u.a. mit dem Grab des sog. "deutschen Nationaldichters" Hoffmann von Fallersleben. Das Schloss beherbergt verschiedene prunkvoll ausgestattete Säle sowie die fürstliche Bibliothek mit ca. 74.000 Bänden. Wenn man mit der Bahn anreist (Haltepunkt Höxter-Rathaus), hat man noch ca. 2 km Fußmarsch vor sich - eine regelmäßige Busverbindung gibt es nicht, sondern eine Art "Ruftaxi", wobei ich das System vor Ort nicht so ganz verstanden habe. 

Noch einige Worte zu Höxter selbst. Es gibt einen mittelalterlichen Stadtkern mit vielen gut erhaltenen Fachwerkhäusern und eine für die Größe der Stadt doch recht weitläufige Fußgängerzone. Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung (Mauer bzw. Wall) sind noch einige Teile erhalten. Wahrzeichen der Stadt ist die romanische Kilianikirche, deren äußere Form der Kirche von Corvey nachempfunden ist.

 

Die Strecke von Worms nach Höxter ist mit der Bahn in gut viereinhalb Stunden zu schaffen, in meinem Fall mit Umstiegen in Mannheim, Kassel-Wilhelmshöhe und Altenbeken. Der Haltepunkt Höxter-Rathaus liegt am Rande der Innenstadt und praktisch direkt am Weserufer. Am Ufer führt ein breiter Fußweg direkt bis zur Abtei Corvey; bei meinem Besuch wurde der Weg jedoch großzügig saniert. Warum man das auf der Homepage der Stadt bzw. der Homepage zur Welterbestätte nicht erwähnt, ist mir schleierhaft. Also ging es für mich nicht an der Weser entlang, sondern durch die Stadt. Vorbei an der oben erwähnten Kilianikirche und dem bereits in den 1970er Jahren stillgelegten Bahnhof Höxter führt eine schnurgerade Straße bis direkt nach Corvey. Dort bin ich dem ausgeschilderten Rundweg teilweise gefolgt, also durch die Kirche, über den Friedhof und in Richtung Schloss zu den Ausstellungen und der Bibliothek. Letztere konnte ich mir leider nicht anschauen, da das Schloss nicht barrierefrei ausgebaut ist und ich keine Lust auf die vielen Treppenstufen hatte. Einerseits schade, aber andererseits bin ich ohnehin nicht der große Museumsgänger. Stattdessen bin ich - bei traumhaftem Wetter (siehe Fotos) noch ein wenig durch die Grünanlagen gebummelt, bevor es wieder zurück nach Höxter ging. Dort habe ich mir noch die Innenstadt angesehen (auch hier Großbaustelle, ungefähr sämtliche Straßen werden komplett erneuert), wobei eine größere Runde kniebedingt nicht mehr drin war. Also zurück zum Bahnhaltepunkt und weiter über Kreiensen, Bad Harzburg, Braunschweig, Kassel-Wilhelmshöhe und Mannheim wieder zurück nach Worms. :-)