Göttingen



Reisedatum:  Donnerstag, 03.02.2022

 

An- und Abreise:  per Bahn

 

Vor Ort:  Zu Fuß


Schon letzten Sommer hatte ich mir hier vorgenommen, meine Berichte nicht mehr ganz so schematisch zu verfassen. Sicherlich seid ihr mit mir einer Meinung, dass ich dieses Vorhaben bislang nur mangelhaft bis überhaupt nicht umgesetzt habe. Aaalso will ich ab hier nochmal einen neuen Anlauf nehmen. Dies wird es (für manche leider) mit sich bringen, dass ich auch ab und zu mal ein paar Worte über Corona und die Politik im Allgemeinen verlieren werde. Wem das nicht passt.... naja, ihr wisst schon ;-)

 

Nun ein paar Worte zum Reiseziel: Göttingen war eine von mir bislang noch nicht besuchte Großstadt und per ICE leicht erreichbar - das reicht schon als Anlass, da mal hinzufahren. Über die Stadt selbst wusste ich praktisch nichts, außer dass es dort eine recht bekannte Universität gibt. Ohne dass ich danach gezielt gesucht hätte, sind mir auf dem Rundmarsch durch die Stadt immer wieder einzelne zur Universität gehörende Gebäude begegnet - die einzelnen Fakultäten sind scheinbar auf die ganze Stadt verteilt. Für das (zumindest in meiner Wahrnehmung) eher konservative Niedersachsen ungewöhnlich fand ich, dass es in Göttingen tatsächlich "besetzte Häuser" gibt - kennt man ja sonst eher aus Frankfurt, Leipzig oder Berlin, wobei die politische Richtung in allen Fällen recht identisch ist. Was es mit den Göttinger Gedenktafeln auf sich hat, habe ich erst auf der Heimfahrt gelesen. Von denen habe ich einige gesehen; ist schon interessant, wie viele "Berühmtheiten" da im Laufe der Zeit in Göttingen weilten. Es gibt in Göttingen einen schönen Altstadtkern, der den Zweiten Weltkrieg so gut wie unzerstört überstanden hat. Daher sieht man dort noch viele alte Fachwerkhäuser und -häuschen und auch mittelalterliche Straßenverläufe, also nicht nur rechtwinklige Straßen und Grundstücke, sondern oft eher zufällig verlaufend. Eines der Wahrzeichen der Innenstadt ist die Kirche St. Johannis, deren Inneres derzeit renoviert wird und daher nicht zugänglich ist. Noch bekannter (mir allerdings nicht...) ist der Gänseliesel-Brunnen vor dem alten Rathaus - der Wikipedia-Artikel informiert über die Hintergründe :-) Das Alte Rathaus ist ein wunderschönes, eher an eine Kirche erinnerndes Gebäude, dessen wechselvolle Baugeschichte man von außen gut nachvollziehen kann. Interessant ist auch die rund um die Altstadt verlaufende ehemalige Stadtbefestigung. Es ist nämlich keine Stadtmauer im eigentlichen Sinn, sondern eine Wallanlage aus aufgeschütteter Erde. Von dieser ist noch ein recht großer Teil erhalten und überwiegend auch begehbar. Alles in allem hat mir die Göttinger Altstadt gut gefallen, allerdings mit einer Ausnahme: In einem größeren Teil der Fußgängerzone herrscht tatsächlich noch immer Maskenpflicht. Das ist im Freien ja schon immer grober Unfug gewesen, aus meiner Sicht eine der dümmsten Maßnahmen, die sich die Politik in Zusammenhang von Corona ausgedacht hat. Und dumme Maßnahmen gab es wahrlich viele! Die Aerosolforscher haben inzwischen längstens nachgewiesen, dass ein Ansteckungsrisiko an der frischen Luft faktisch nicht besteht, und dennoch lassen sich manche Städte (Mannheim ist ein anderes Beispiel) nicht von diesem Quatsch abbringen. Die Maskentragequote (zu der ich natürlich nicht beigetragen habe) betrug nach meiner Schätzung vielleicht zwei Drittel, daher gehe ich davon aus, dass die Einhaltung der Pflicht gar nicht (mehr) kontrolliert wird. Wozu auch?

 

Jetzt noch ein paar kurze Worte zu meinem Rundgang: Vom Bahnhof ging es zunächst durch und um die Altstadt herum, dann in einem großen Bogen in das sog. Ostviertel, ein wohl eher gehobenes Wohngebiet. Gehoben übrigens auch in dem Sinne, dass es teils recht kräftig bergauf ging. Östlich davon liegen die sog. Schillerwiesen, eine bewaldete Parkanlage, die ich in nördlicher Richtung verlassen habe, um durch ein weiteres Wohngebiet wieder bergab Richtung Universitätsviertel zu marschieren. Weiter dann nach Norden durch die - natürlich - Nordstadt, wo ich u.a. an der großen Universitätsklinik vorbeigekommen bin. Ich hatte keine weiteren "Besichtigungsobjekte" auf dem Plan, sondern wollte einfach nur noch einige (Kilo)meter machen. Nach guter Stärkung in einem typischen Studentencafe ging es wieder zurück Richtung Stadtzentrum, vorbei an diversen Schulen und Unigebäuden. Es folgte der unvermeidliche Besuch in einer Buchhandlung, bevor ich kurz darauf wieder am Bahnhof war und noch (zu) viel Zeit bis zur Rückfahrt hatte. Nach inzwischen 15 km auf der Uhr reichte es bedingt durch leider ziemlich heftige Schmerzen (gefühlt überall) nur noch für einen kurzen Schwenk auf die Westseite des Bahnhofs, rund um die Lokhalle des ehemaligen Ausbesserungswerkes. Und dann ging es auch schon wieder nach Hause...