Fulda



Reisedatum:  Samstag, 27.02.2021

 

An- und Abreise:  per Bahn

 

Vor Ort:  Zu Fuß


(geschrieben am 25.03.2021)

Ein fester Vorsatz fürs neue Jahr war ja das zeitnahe Verfassen meiner Reiseberichte.... nun ja.

Jedenfalls ging es am vorletzten Februar nach Fulda - Bischofsstadt und ICE-Anschluss waren die wesentlichen Gründe für den Besuch. Bei ziemlich miesem Wetter (3-5°, feucht, windig) ging es vom Bahnhof zunächst hinab in die Altstadt, durch eine große und breite Fußgängerzone, die ich in einer Stadt dieser Größe nicht unbedingt erwartet hätte. Wie eine Woche zuvor in Stuttgart gab es reihenweise Wahlkampfstände (hessische Kommunalwahl am 14.03.), aber diesmal ließ man mich zum Glück unbehelligt. Die Altstadt von Fulda ist sehenswert! Es gibt schöne alte Fachwerkhäuser, kleine und große Kirchen und vor allem viele Menschen. Musste mir immer wieder in Erinnerung rufen, dass in Fulda ja nicht mal 70.000 Menschen wohnen - also sind die Innenstädte wohl doch noch nicht überall "tot". Aus der Altstadt heraus lief ich dann eher planlos Richtung Süden in den Stadtteil Kohlhaus. Ich merkte schon jetzt, dass meine Knochen wohl einen guten Tag hatten und es möglich sein sollte, einige (viele?) Kilometer zu machen. Quasi neben der Frankfurter Straße beginnt das langgezogene Naherholungsgebiet Fulda-Aue, welches ich bald erreichte und von Süd nach Nord durchquerte. Im Frühling/Sommer sieht es hier natürlich bestimmt noch schöner aus, aber ich mag Parkanlagen auch im Winter. Immer entlang der Fulda ging es auf teils eher abenteuerlichen Wegen in den Stadtteil Neuenberg, wo ich zufällig die erste "Second-Hand-Bäckerei" meines Lebens fand. Super Idee ist das! Backwaren vom Vortag zum kleinen Preis, allemal besser, als die Sachen einfach wegzuwerfen. Weiter ging es dann unter das Viadukt der Vogelsbergbahn und raus aus der Stadt, entlang der B254 und alsbald wieder rechts, dieses Mal dann Richtung Fulda-Horas. Hier sah ich schon von weitem die ziemlich große Kirche St. Bonifatius, von der ich nicht erwartet hätte, dass sie erst Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurde. So kann man sich irren... Zurück in Richtung Stadtmitte führte mich der Weg vorbei am Frauenberg mit seinem Kloster, welches ich jedoch links liegen ließ, da man hier wirklich steil nach oben kraxeln muss. Der Weg durch das recht beeindruckende Villenviertel war überdies schon steil genug. Vorbei am Hundeshagenpark erreichte ich dann das touristische Zentrum Fuldas. Einmal durch das Paulustor, und schon sieht man rechter Hand die wunderschöne, im 9. Jahrhundert erbaute Michaelskirche und direkt dahinter den Fuldaer Dom mit seinem riesigen amphitheaterartigen Domplatz. Beide Kirchen stellen etwas dar; leider war die Michaelskirche verschlossen, doch der Dom ist auch im Inneren ein beeindruckendes Bauwerk. Quasi auf der anderen Straßenseite steht das im Renaissancestil erbaute Fuldaer Stadtschloss samt Schlossgarten, den ich dann einmal sozusagen hoch und runter gelaufen bin. Weiter ging es anschließend wieder in die Altstadt, vorbei an der Stadtpfarrkirche St. Blasius und dann wieder hoch zum Hauptbahnhof. Dort angekommen, hatte ich bis zur Heimfahrt noch drei Stunden Zeit (weiß der Himmel, warum ich eine so späte Rückfahrt gebucht habe), aber scheinbar noch ein paar Körner in den Beinen. Also den Bahnhof zum Hinterausgang wieder raus, vorbei am in Bruchstücken noch genutzten Ausbesserungswerk und in den Stadtteil Ostend. Hier gab es dann keine touristischen Sehenswürdigkeiten, sondern nur jede Menge Gegend, Häuser und Fabriken :-) Am Zentralfriedhof bin ich dann wieder in Richtung Zentrum abgebogen und habe dort noch einmal die Innenstadt durchquert. Da ich unbedingt noch die 20 km vollmachen wollte - ja ich weiß.... - ging es dann nochmal vorbei am Bahnhof, wo mir dann aber langsam die Puste ausging. Die letzten Meter waren dann ausgerechnet noch sehr steil (hoch wie runter), so dass der Rückmarsch zum Bahnhof dann doch eher eine Qual wurde. Aber von nichts kommt ja bekanntlich nichts! Ausgepumpt und hochzufrieden mit dem schönen Tag in Fulda ging es dann auf die Heimreise.