Essen



Reisedatum:  Samstag, 29.05.2021

 

An- und Abreise:  per Bahn

 

Vor Ort:  Zu Fuß, Straßenbahn, Bus


Um es gleich vorweg zu nehmen: Der Bericht wird nicht halten, was die Überschrift möglicherweise verspricht :-)

Aber der Reihe nach... Während ich morgens um halb 6 Richtung Bahnhof lief, hatte ich noch nicht entschieden, wo die Reise hingehen sollte. Der ICE-Anschlussknoten in Mannheim um 6.30 Uhr bietet Züge nach Berlin, Zürich und ins Ruhrgebiet - ich wählte dann letzteren Zug mit dem Ziel Essen. Vorrangig ging es mir darum, ein weiteres UNESCO-Welterbe auf der Liste abzuhaken, nämlich die Zeche Zollverein. Alte Industrieanlagen - besonders in Verbindung mit der Eisenbahn - interessieren mich ja schon immer, und da bot sich die Zeche Zollverein natürlich an. Der ICE erreichte Essen mit +45, da das Ankuppeln mit einem zweiten Zugteil am Frankfurter Flughafen irgendwie nicht klappen wollte. Überhaupt sind mir auf den Abfahrtstafeln an diesem Tag (und allgemein in den letzten Wochen) eine Menge auch größerer Verspätungen aufgefallen - scheint nicht so zu laufen bei der Bahn. Wie das wohl wird, wenn die Züge mal wieder richtig voll werden?

Wie auch immer... Vom Essener Hauptbahnhof ging es ohne Umweg mit der Straßenbahn (Kulturlinie 107) zur ehemaligen Zeche; die Haltestelle ist praktischerweise direkt vor dem Eingangstor. Markanter Blickfang natürlich der riesige Doppelbock über dem ehemaligen Schacht 12. Ich bin dann zunächst ein wenig auf dem Zechengeländer herumgelaufen, da es bis zum gebuchten Zeitfenster für die Besichtigung des "Wegs der Kohle" noch ein wenig dauerte. Der Weg der Kohle ist eine (leider zur Zeit ungeführte) Route durch die Anlagen von Schacht 12. Man kommt vorbei an wesentlichen Stationen der Kohleförderung und -verarbeitung, auf jeden Fall sehr interessant. Man hat die Anlagen weitestgehend im Urzustand belassen, so dass sich der Eindruck ergibt, dass hier vielleicht vor kurzem noch gearbeitet wurde (tatsächlich wurde die Kohleförderung schon Ende 1986 eingestellt). Über viele Treppen erkundete ich die Anlage und war nach einer halben Stunde dann wieder draußen. Der weitere Weg führte mich einmal in großem Bogen über das Zechengelände bis zur Kokerei und ihren riesigen Anlagen. Kommt auf den Fotos vermutlich nicht ganz rüber, aber sah schon beeindruckend aus. Eher gespenstisch fand ich das mittenrein gesetzte Riesenrad, aber ist sicher Geschmackssache. Apropos: Natürlich kann man nicht ins Ruhrgebiet fahren (in eine ehemalige Zeche zumal), ohne wenigstens standesgemäß eine Currywurst mit Pommes zu verzehren :-) Nach dieser Stärkung bin ich dann noch kurz ins Ruhrmuseum - übrigens erreichbar über die längste Rolltreppe Europas. Hier wurde mir dann einmal mehr bewusst, dass ich nicht so wirklich der Museumstyp bin, finde es draußen einfach spannender. Natürlich ist es auch mal interessant, sich bestimmte Exponate anzuschauen, aber mein diesbezüglicher Elan lässt dann oft sehr schnell nach. Also ging es recht bald wieder hinaus und an die Frage, was man mit dem restlichen Tag noch anfangen könnte. Die vielen Treppen und das lange Stehen im Museum hatten mich mehr geschlaucht als erwartet, so dass ich den eigentlich geplanten Besuch im Grugapark dann doch nicht mehr gemacht habe. Stattdessen mit Straßenbahn und Bus ins benachbarte Gelsenkirchen, von dort mit dem Regionalzug nach Oberhausen und dann mit dem Intercity direkt durch bis nach Worms.

Schöner Tag!