Bonn



Reisedatum:  Samstag, 14.11.2020

 

An- und Abreise:  per Bahn

 

Vor Ort:  Zu Fuß


(geschrieben am 11.12.2020)

Mit dem Intercity über Mainz nach Bonn. Der dortige Hauptbahnhof ist gefühlt schon seit 10 Jahren eine Großbaustelle, bislang kannte ich ihn allerdings nur vom Durchfahren.

 

Reiseziele in der Bundesstadt Bonn waren die Klassiker: Hofgarten, Wasserwerk (=Ex-Bundestag), Kanzlerbungalow usw.

 

Vom Bahnhof ging es zunächst in die Innenstadt und an das wirklich große Bonner Münster - leider auch baustellenbedingt eingerüstet. Die Fußgängerzonen mit den diversen Plätzen fand ich übrigens sehr gemütlich, jedenfalls gemütlicher als die - immerhin gut ausgeschilderte - Maskenpflicht in vielen Bereichen. Vorbei am Beethoven-Geburtshaus ging es dann in den Bonner Hofgarten. Nun bin ich generell sehr schlecht im Schätzen, aber mir fehlte beim Durchqueren des Hofgartens wirklich die Fantasie, wo hier in den 80er-Jahren bei den großen Demos mehrere Hunderttausend Menschen hingepasst haben sollen. Aber das war ja auch lange vor meiner Zeit :-) Für Touristen ist der "Weg der Demokratie" eine interessante Sache, diesem wollte ich dann ungefähr folgen. Es ging also runter an das schöne Rheinufer. Man kommt hier vorbei an allerlei Verwaltungsgebäuden und großen Villen, die in früherer Zeit bestimmt auch überwiegend hoheitlichen Zwecken dienten. So viele Jogger und Radfahrer wie hier am Rheinufer habe ich gefühlt noch nie gesehen, zum Glück waren die Wege breit genug. Die Villa Hammerschmidt, also der ehemalige Dienstsitz des Bundespräsidenten, sieht man von hier unten übrigens viel besser als von der anderen Seite. Vorbei am Bonner Wasserwerk erreicht man dann den Langen Eugen, benannt nach dem früheren Bundestagspräsidenten Eugen Gerstenmaier. Südlich schließt sich dann an das alte Regierungsviertel ein großer - und auch schöner - Park an. Ich bin dann weitergelaufen bis kurz vor den Stadtteil Bad Godesberg. Hier ging es dann vom Rheinufer weg mitten durch eine riesige "Ami-Siedlung" (so nennt man das zumindest in Worms), also eine ehemalige Wohnsiedlung für amerikanische Besatzungssoldaten. An diese grenzt dann wieder der erwähnte Park an, durch den ich auf schönen Wegen und vorbei an kleinen Seen bis zum Post Tower gelaufen bin.

 

Eigentlich sollte es von hier dann quasi mitten durch das alte Regierungsviertel gehen, also zum Bundeskanzleramt, zum Kanzlerbungalow usw. Leider musste ich feststellen, dass das ganze Areal weiträumigst und großzügigst abgesperrt ist, für mich ohne erkennbaren Grund. Natürlich sind hier noch Bundesministerien beheimatet usw., aber im Vergleich zu Berlin fand ich die Absperrungen doch enorm übertrieben. Also gab es von den erwähnten Gebäuden leider nur Bilder aus der Ferne. Ich bin dann der Adenauerallee Richtung Zentrum und Bahnhof gefolgt und staunte immer wieder über die vielen "Prunkhäuser" auf beiden Straßenseiten. Mein zuvor schon gehabtes Gefühl, dass in Bonn scheinbar nur Studenten und reiche Leute wohnen, wurde eindrucksvoll bestätigt :-) Über die Kaiserstraße erreichte ich dann nach insgesamt gut 18 km wieder den Hauptbahnhof.