Berlin 1



Reisedatum:  Samstag, 09.05.2020

 

An- und Abreise:  per Bahn

 

Vor Ort:  Zu Fuß, Straßenbahn, S-Bahn, U-Bahn


Wer H(amburg) sagt, muss auch B(erlin) sagen! Also ging es nach 1987 und 2015 zum insgesamt dritten Mal in die Hauptstadt.

Geplante Ziele waren ein ehemaliger Grenzübergang (Bornholmer Straße), der Mauerpark, mehr oder weniger planlos die City und die East Side Gallery.

 

Die Anreise ähnlich wie eine Woche zuvor eher seltsam, da der ICE wiederum fast nur mit mir und dem Zugpersonal besetzt war. Ideale Verhältnisse für leicht nerv- und reizbare Menschen wie mich! :-)

 

Wo geht man als Tourist hin, wenn man mit dem Zug am Berliner Hauptbahnhof ankommt? Natürlich zunächst mal aus dem Bahnhof raus, was angesichts der Größe und der Vielebenenhaftigkeit schon eine kleine Reise für sich ist. Aber zurück zur Frage: Man überquert die Spree auf der Moltkebrücke, passiert die Schweizer Botschaft und steht dann schon am Bundeskanzleramt. Von da geht es wenige Meter weiter, und man ist am Reichstag. Dort war - wie vermutlich immer?! - gerade Demo-Zeit, so dass man sich auf dem Platz der Republik nicht ganz frei bewegen konnte. Demonstriert wurde für oder gegen irgendwen oder irgendwas... darauf kommt es bei solchen Veranstaltungen wohl nicht wirklich an. Mein fester Vorsatz für den nächsten Berlin-Besuch: Rauf auf die Reichstagskuppel! Vom Reichstag geht es weiter an das Brandenburger Tor. Wenn man hier davor steht, wundert man sich immer wieder, dass hier in den 90er-Jahren noch die Autos durchgefahren sind - heute ziemlich unvorstellbar. Weitergelaufen bin ich dann an das Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Auch für jemanden, der wie ich keine persönliche Beziehung und/oder Bekanntschaft zu Menschen jüdischen Glaubens hat, ist es jedesmal ein beeindruckendes und bedrückendes Erlebnis, durch die engen Reihen der Stelen zu laufen. Bei allem Respekt vor dem Denkmal und seiner Intention finde ich es übrigens auch schön zu sehen, wie entspannt gerade Kinder und Jugendliche den Platz auch als Spielplatz nutzen. Ich denke nicht, dass das dem eigentlichen Ziel des Denkmals entgegensteht, aber das ist nur meine persönliche Meinung.

 

Mit S- und U-Bahn ging es dann an den ehemaligen Grenzübergang Bornholmer Straße auf der Bösebrücke. Außer einigen Fotostelen und kleinen Gedenktafeln sieht man dort recht wenig, aber anhand von Fotos aus der Zeit vor 1990 gewinnt man einen guten Eindruck, wie sich der ganze Bereich - gerade auch die Bahnanlagen - seitdem verändert hat. 

 

Da ich diesen Bericht erst am 09.12. zu Ende schreibe und auch nur wenige Fotos gemacht habe, weiß ich nicht mehr genau, wie es danach weiterging :-) Ich bin wohl mit S- und U-Bahn Richtung bis zur Eberswalder Straße gefahren und von dort zu Fuß Richtung Mauerpark. Zurück zu diesem Bahnhof dann mit der Straßenbahn (erste Straßenbahnfahrt in Berlin) und mit der U-Bahn weiter zum Wittenbergplatz. Dort stand ich dann erstmals vor dem Kaufhaus des Westens, bin aber natürlich nicht rein, sondern habe davor eine mehr als leckere Currywurst verzehrt :-) Von dort zu Fuß dann weiter bis zum Breitscheidplatz, wo einem natürlich zuerst die massiven Verkehrspoller usw. auffallen, traurige Folgen des Terroranschlages auf den Weihnachtsmarkt 2016. Beeindruckend hier auch die Ruine der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Wenige Meter hinter dem Platz liegt dann auch schon der Bahnhof Zoologischer Garten. Das diesen Bahnhof so berühmt gemacht habende Buch habe ich übrigens nicht gelesen, konnte mir aber anhand der Umgebung noch einiges davon vorstellen, was in diesem Buch beschrieben wird. Traurig genug...

 

Vom Bahnhof Zoo ging es mit der S-Bahn dann an den Ostbahnhof und zu Fuß weiter zum letzten Ziel des Tages: East Side Gallery. An der dort erhalten gebliebenen (Hinterland-)Mauer mit ihren bekannten ("Bruderkuss") und weniger bekannten Motiven ist schon ein spannendes Erlebnis. Gelaufen bin ich bis an die Oberbaumbrücke und den Bahnhof Warschauer Straße. Es war inzwischen nämlich höchste Zeit, zum Hauptbahnhof zurückzufahren, um dort nicht unnötig knapp anzukommen. Hätte ich gewusst, dass der ICE Richtung Heimat erst mit 30 Minuten Verspätung losfährt, hätte ich mir vermutlich mehr Zeit gelassen :-)

 

Alles in allem ein interessanter Tag bei zum Glück bestem Wetter.