Traben-Trarbach + Luxemburg



Zeitraum:  Freitag 17. bis Samstag 18.09.2021

 

Unterkunft:  Dreis, Waldhotel Sonnora

 

An- und Abreise:  Auto

 

vor Ort:  zu Fuß, Auto


Der 17.09.2018 war ein Tag, der mein Leben ziemlich nachhaltig verändert hat. An diesem Tag war ich auf dem Weg zur Arbeit, als mir ein Vollidiot die Vorfahrt nahm und ich ihm frontal in sein Auto gefahren bin. Die Folge davon waren über 20 Knochenbrüche (Halswirbel, Schlüsselbein, Brustbein, acht Rippen, beide Arme, rechtes Schienbein, rechter Fuß), ein knappes halbes Jahr in Krankenhaus und Reha sowie bleibende Schäden bzw. Funktionseinschränkungen. Dass ich nach diesem Unfall überhaupt wieder so fit (sehr relativer Begriff...) werden würde, um arbeiten und auf Reisen gehen zu können, hielt ich lange Zeit nicht für möglich. Wie dem auch sei... als der erste Jahrestag des Unfalls bevorstand, überlegte ich, was ich an diesem Tag wohl machen könnte: Überhaupt nichts, oder etwas Besonderes? Ich entschied mich für letzteres und verbrachte einen tollen Abend im 1*-Restaurant Alte Pfarrey in Neuleiningen. Im vergangenen Jahr war es das 2*-Restaurant PURS in Andernach. Wenn man meinen Zahlenspleen kennt, kann man sich jetzt schon denken, wie viel Sterne das Restaurant dann dieses Jahr haben würde :-) Nach längerer Suche wählte ich das Waldhotel Sonnora in der Nähe der Mosel mit dem Plan, mir dort dann auch etwas anzuschauen. Die Anreise führte mich u. a. über den neuen Hochmoselübergang und die imposante Brücke bei Zeltingen-Rachtig, die ich zum ersten Mal ohne Nebel überquerte. Da ich mir die Brücke auch von unten anschauen wollte, fuhr ich kurz vor Wittlich von der B50 runter und bis an die Mosel. Das Moseltal mit seinen vielen Weindörfern und -bergen ist immer wieder ein schöner Anblick. Ich folgte dem Lauf der Mosel noch ohne die große Ahnung, was ich mit dem halben Tag anfangen sollte. Halt machte ich dann schließlich in der alten Moselstadt Traben-Trarbach, einem Zusammenschluss zweier Gemeinden zu beiden Ufern der Mosel. Zunächst ging es ein Stück am Moselufer entlang, vorbei an diversen Schiffsanlegern. Die weitere Runde durch den Ortsteil Trarbach ist nicht weiter erwähnenswert, ein ruhiger kleiner Ort halt. Nach einem kurzen Abstecher in die lokale Buchhandlung (das muss einfach sein) überquerte ich dann die Mosel und passierte dabei das markante Brückentor. Auf der anderen Seite gab es dann Kaffee und Kuchen, so wie das alte Leute an der Mosel halt so machen ;-) Anschließend setzte ich mich dann noch eine Weile ans Moselufer und genoss die Sonne, bevor es dann weiter in Richtung Dreis ging. Das Waldhotel liegt tatsächlich mitten im Wald, und vom Parkplatz waren es einige steile Meter bis zum Eingang - ging aber gerade so gut. Von meinem Hotelzimmer hatte ich einen tollen Ausblick auf den kleinen Park und den Wald, richtig gemütlich dort! Highlight des Tages war dann natürlich das Menü im 3*-Restaurant - und ich will euch mit den Bildern wirklich nicht neidisch machen :-)

 


Beim Frühstück am nächsten Tag entschied ich mich spontan zu einem Abstecher nach Luxemburg, wo ich bislang erst ein einziges Mal war, und zwar als Schiedsrichter beim Schachturnier im Kloster Echternach - der bis heute einzige "Auslandseinsatz" meiner SR-Karriere :-)

Also ging es direkt nach Luxemburg-Stadt, der Hauptstadt des kleinen Landes. Ich fand einen günstigen Parkplatz ganz in der Nähe des Stadtzentrums und wollte einfach nur ein bisschen rumlaufen. Sehr interessant - und mir bislang völlig unbekannt - ist die Geografie der Stadt: Das Stadtzentrum war früher von einer gewaltigen Festungsanlage umgeben, die große überregionale Bedeutung hatte. Außerdem durchziehen mehrere tiefe Flusstäler die Stadt, die dadurch sozusagen in mehrere Plateaus aufgeteilt wird - schwer zu beschreiben, am besten einfach mal selbst hinfahren! :-) An Stelle der ehemaligen Festung liegt heute der Luxemburger Stadtpark, durch den mich zunächst der Weg führte. Sehr beeindruckend dann der Blick von der großen Adolphe-Brücke auf die alte Festung und runter ins Petruss-Tal. Wahrzeichen der Stadt ist die Kathedrale unserer Lieben Frau von Luxemburg, die aufgrund einer Veranstaltung leider nicht zugänglich war. Kreuz und quer durch die Altstadt erreichte ich schließlich den Großherzoglichen Palast und beobachtete dort einige Zeit die Wachsoldaten im strammen Stechschritt :-) Kennt man ja auch aus England, Monaco usw., aber für einen Republikaner ist es immer ein eher ungewohnter Anblick. Zum Abschluss gab es dann noch ein kleines Mittagessen, bevor es wieder nach Hause ging - natürlich nicht ohne noch relativ günstig in Wasserbillig getankt zu haben - das musste einfach noch sein.