Sylt



Zeitraum:  Mittwoch 20. bis Sonntag 24.05.2020

 

Unterkunft:  Westerland, Hotel Stadt Hamburg

 

An- und Abreise:  per Bahn

 

vor Ort:  zu Fuß, Bus


(geschrieben am 13.12.2020)

Der folgende Bericht leidet natürlich ein wenig unter der Tatsache, dass die Reise fast sieben Monate her ist. Anhand der Fotos versuche ich, mir den Ablauf so halbwegs wieder in Erinnerung zu rufen...

 

"Sylt, Insel der Schönen und Reichen" - was soll ich da? :-) Ich war bereits 2019 dort, damals relativ spontan und mit dem Gedanken, mal in einem - für meine Verhältnisse - richtig teuren Hotel zu nächtigen. Das Hotel Stadt Hamburg gilt in Westerland als "erstes Haus am Platze" und vermittelt wirklich den Eindruck eines Grand Hotels der alten Schule. Mehr hierzu kann man gerne bei Tripadvisor nachlesen. Coronabedingt hatte ich die Reise eigentlich schon längst abgeschrieben, aber quasi pünktlich zu meiner Buchung wurde der Hotelbetrieb in Schleswig-Holstein am 18.05. wieder aufgenommen; entsprechend groß war natürlich meine Freude! Die Anreise verlief etwas umständlich, da die direkte IC-Verbindung auf die Insel (vermutlich auch coronabedingt) nicht angeboten wurde und der Zug bereits Hamburg endete. Von dort ging es nach Lüneburg und dann mit dem RE nach Westerland. Urlaubsfeeling stellte sich allerspätestens bei der Fahrt über den Hindenburgdamm ein, und auch die Wettervorhersage verhieß nur gutes, nämlich viel Sonne und Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad. Besondere Pläne für den Aufenthalt hatte ich keine, ein Tag im Strandkorb sollte aber auf jeden Fall dabei sein.

 

Nach dem Einchecken bin ich noch kurz zur Kurpromenade gelaufen. Der Blick auf die Nordsee ist einfach wunderschön! Es war ziemlich stürmisch (also für meine Verhältnisse, als Einheimischer lacht man vermutlich über diese Bezeichnung), aber die Meeresluft tat dennoch unheimlich gut. Dann zurück zum Hotel und Abendessen im Bistro.

 



Der zweite Tag begann mit dem üblichen frühen Frühstück, wobei "früh" um 7.30 Uhr natürlich sehr relativ ist. Jedenfalls war ich - wie auch an den anderen Tagen - der erste Gast und konnte den herausragend guten Service in aller Ruhe genießen. Bei wirklich fantastischem Wetter wollte ich dann einfach mal Richtung Norden losmarschieren und schauen, wie weit ich komme. Entlang der Strandpromenade ging es zunächst bis nach Wenningstedt. Der Strand ist einfach nur toll, da kann man nicht viel dazu sagen, sondern lässt lieber die Bilder sprechen (siehe weiter unten). Ich bin dann über den Deich in den Ort und am nördlichen Ende von Wenningstedt wieder an bzw. auf den Deich. Hier entstand auch das Foto am Anfang dieses Berichts - mein absolutes Lieblingsbild von dieser Reise. Zwischen Wenningstedt und Kampen liegt das Rote Kliff. Hier gibt es nebem dem flachen Sandstrand dann eine Steilküste und viele Dünen. Zunächst war ich mir nicht sicher, ob ich aufgrund meiner doch eingeschränkten Gehfähigkeit hier weiterlaufen sollte, habe mich aber zum Glück dann getraut. Durch tiefe Dünen, steil hoch und runter ging es immer weiter Richtung Kampen. Am Ende dieses Abschnittes liegt die sog. Uwe-Düne - ab hier geht es dann direkt nach Osten in Richtung Kampen. Der Ort Kampen gilt ja ganz besonders als Treffpunkt der VIPs - zumindest was den Reichtum anbelangt kann ich sagen, dass man diesen hier sehr gut sieht. Die (Ferien)-Häuser sind teilweise wirklich beeindruckend, und man vielleicht gar nicht wissen, was man dafür bezahlen muss. Das dort lebende bzw. urlaubende Klientel erkennt man übrigens auch immer sehr gut an den Autos, die einem auf der Insel begegnen. Ich bin dann einmal quer durch Kampen gelaufen bis an die Ostküste der Insel. Die dortige Landschaft unterscheidet sich völlig von der Westküste, dieser starke Kontrast war mir bis dato nicht so bewusst. Statt Sandstrand gibt es hier vor allem Heideflächen und Salzwiesen. Da hier auch viel weniger Menschen unterwegs sind, kann man Landschaft und Ruhe noch besser genießen als an der Westküste. Ich fand diesen Gegensatz jedenfalls sehr beeindruckend. Von Kampen bin ich Richtung Süden gelaufen, durch die sog. Braderuper Heide. Es wurde nach und nach wärmer, und meine Füße signalisierten mir schon, dass es zu Fuß bis zurück nach Westerland wohl zu weit werden würde. Ich habe es dann noch bis nach Braderup geschafft und bin mit dem Bus zurück nach Westerland gefahren. Nach einer wohlverdienten Nachmittagsruhe gab es dann ein ganz hervorragendes Abendessen im Alten Zollhaus.


Zum dritten Tag gibt es dann viel weniger zu sagen, da ich fast den ganzen Tag im Strandkorb verbracht habe. Es hatte nachts scheinbar ein wenig geregnet, so dass der Strand morgens noch recht feucht war. Aber nach meiner Erinnerung wurde der Tag dann noch richtig schön. Viele Bilder gibt es naturgemäß nicht. Zum Abendessen war ich zu Gast bei Franz Ganser in seinem kleinen Restaurant - tolles Essen und toller Service! Auf dem Rückweg zum Hotel ging es dann nochmal auf die Strandpromenade, wo ich - bei deutlich mehr Wind als am Tag - noch den Sonnenuntergang erwischen konnte.


Am Samstag sollte es dann Richtung Süden gehen. Von der Strandpromenade ging es vorbei am Sylt-Aquarium und am Stadion. Dahinter liegt ein kleines und überraschend dichtes Wäldchen - hätte ich auf Sylt jetzt auch nicht erwartet :-) Nach dem großen Campingplatz folgte ich dem Verlauf der alten Sylter Inselbahn, von der sich unterwegs noch einige Relikte finden ließen. Nach einigen Kilometern erreichte ich den Campingplatz und daran anschließend den Ortseingang von Rantum. Der vorgestrige lange Weg durch den tiefen Dünensand steckte noch gehörig in den Knochen, so dass an ein Weitermarschieren nicht mehr zu denken war. Also ab in den Bus und damit bis nach Hörnum an die Südspitze der Insel. Am Hörnumer Hafen, also auf der Ostseite, gibt es einen wunderschönen breiten Sandstrand. Hier konnte ich dann nochmals einen Strandkorb ergattern und die Füße hochlegen - schließlich war ich im Urlaub :-) Es war strahlend sonnig, allerdings um einiges kühler als am Tag davor - im Strandkorb merkt man das zum Glück nicht so. Gegen Nachmittag dann mit dem Bus wieder zurück Richtung Hotel, wo es auch das Abendessen gab, und zwar im exzellenten Hardy´s Restaurant. Ebenso zu empfehlen natürlich auch Hardy´s Bar direkt nebenan.


Sonntags ging es dann leider schon wieder zurück nach Hause. Vor dem Frühstück natürlich nochmal kurz auf die Strandpromenade, wo mich der morgendliche Wind beinahe aus den Schuhen geblasen hat :-) Heimfahrt dann mit Umsteigen in Lüneburg und Hamburg-Altona, hat zum Glück alles ohne Probleme geklappt.

 

Sylt ich komme wieder! :-)