Ostsee



Zeitraum:  Samstag 21. bis Samstag 28.08.2021

 

Unterkunft:  Altenholz, Hotel Athletik

 

An- und Abreise:  Auto

 

vor Ort:  zu Fuß, Auto, Bus, Bahn


Vorbemerkung:

Ab sofort möchte ich versuchen, die Berichte in einem etwas anderen Stil zu schreiben und das Augenmerk nicht nur auf die möglichst chronologische Wiedergabe meines Tagesablaufs zu legen. Also weg vom üblichen "Von da bin ich dann dort hingelaufen und habe mir das angesehen, danach dann das und dann das...." - Ob mir das gelingt, mögen die Leser entscheiden, ich will es auf jeden Fall versuchen.

 

 

Wenn alles nach Plan gelaufen wäre, hätte ich am 14. August die AIDA Nova geentert und wäre mit ihr eine Woche vor der norwegischen Atlantikküste rumgeschippert. Corona bzw. die norwegischen Einreiseregelungen ließen dies jedoch nicht zu, so dass ein Plan B hermusste. Nach den guten Erfahrungen des Vorjahres schien mir eine Woche an der Ostsee ein passabler Ersatz zu sein. Das aufgrund des günstigen Preises gewählte Hotel erfüllte alle Erwartungen und überzeugte vor allem durch sein erstaunlich bequemes Bett - besonders erfreulich, da ich in diesem Punkt recht empfindlich bin und auch schon einige schlechte Erfahrungen gemacht habe. Einziges kleines (bzw, eher großes) Manko war die in luftiger Höhe angebrachte Kleiderstange, die ich als kleingewachsener Mensch nur mit viel Mühe erreichen konnte. 

 

Im Bericht über die Reise nach Ostfriesland habe ich ein Selbstlob für meine Lernfähigkeit ausgesprochen. Da ist es doch völlig konsequent, bei der nächsten Reise dann den Beweis des Gegenteils anzutreten. Gesagt - getan, und den Wecker am Samstagmorgen direkt noch mal zwei Stunden weitergedrückt. Resultat: Abfahrt erst um 6.30 Uhr, Stau bei Darmstadt, langer Stau hinter Hannover, Megastau vorm Elbtunnel = zwei Stunden länger unterwegs als nötig und vor allem schon unfassbar genervt. Auto fahren macht mir ohnehin von Jahr zu Jahr weniger Spaß, aber dieses Mal ließ es sich nicht vermeiden, da ich ohne Auto vor Ort einfach zu unflexibel gewesen wäre. Nach dem Check-In ging es auf eine kleine Runde durch den eher verschlafenen Ortsteil Altenholz-Klausdorf und anschließend zum ersten Abendessen ins sehr gute "Steakhouse El Toro".

 


Wie üblich hatte ich im Vorfeld eine Art Laufzettel mit den Orten erstellt, die ich besuchen wollte. Das schloss spontane Planänderungen jedoch keineswegs aus, zumal ich mir tatsächlich nur ein paar Städtenamen aufgeschrieben hatte ohne großen Plan, was genau ich dann im Einzelnen machen wollte. Am Sonntagmorgen ging es zunächst nach Rendsburg, wo ich eine Runde durch die Innenstadt marschierte. Sehr praktisch fand ich die blaue Linie, mit der man an vielen interessanten und historischen Gebäuden vorbeigeführt wird. Rendsburg ist jetzt nicht die Stadt mit den vielen Sehenswürdigkeiten, und am auffallendsten war für mich, wie viele Geschäfte/Gebäude in der Innenstadt leerstanden bzw. teilweise sogar dem Verfall preisgegeben waren. Bin mir nicht sicher, ob mir das in anderen Städten nur nicht so aufgefallen ist oder ob das in Rendsburg tatsächlich ein größeres Problem als in anderen Städten ist. Aber allemal schade! Nach vollständigem Ablaufen der blauen Linie ging es dann noch runter an den Nord-Ostsee-Kanal, bzw. an die ihn überquerende Rendsburger Hochbrücke, ihres Zeichens für fast 100 Jahre die längste deutsche Eisenbahnbrücke. Ein beeindruckendes Bauwerk, wenn man direkt daruntersteht und für den Eisenbahnfreund in mir der Höhepunkt des Besuchs in Rendsburg. Der schönere Teil des Tages stand aber noch bevor: Ich fuhr weiter nach Flensburg, um nach 10 Jahren endlich meine Nichte wiederzusehen. Mit ihr ging es über die (bewachte!) Grenze nach Dänemark, genauer gesagt nach Sønderhav zur vermutlich berühmtesten Imbissbude Dänemarks: Annies Kiosk Hier gab es einen sehr leckeren dänischen Hotdog und die für mich noch viel faszinierendere Erfahrung: Einkaufen ohne Maske. Ja ihr habt richtig gelesen: OHNE Maske! Mir fehlt ja inzwischen der Glaube, dass der Maskenzwang in bestimmten Bereichen des öffentlichen Lebens jemals wieder aufgehoben wird, aber das ist ein anderes Thema... In Dänemark hat man es jedenfalls gemacht, und es scheint zu funktionieren. Bei inzwischen strahlendem Sonnenschein sind wir anschließend noch ein paar Kilometer die Küste entlangmarschiert, mit tollem Blick auf die Flensburger Förde. Meine Nichte musste danach zur Arbeit, und ich fuhr zurück nach Kiel, wo es im Restaurant Fischers Fritz ein ganz ausgezeichnetes Abendessen gab.


Eckernförde hieß das Reiseziel für den Montag. Nach einer langen Schleife vom Parkplatz zum und entlang des Hafens erreichte ich den Eckernförder Hauptstrand. Es herrschte strahlender Sonnenschein, und die Fernsicht war exzellent - was lag da näher, als spontan einen Strandkorb zu buchen und sich in selbigem für ein paar Stunden niederzulassen. Die Buchung erfolgt immer öfter über eine App, mit der man dann auch den Strandkorb auf- und zuschließen kann - für mich als alten Mann eine faszinierende Technik :-) Der Strand war übrigens proppenvoll, aber zum Glück auch breit und tief genug, so dass sich der Geräuschpegel die meiste Zeit in Grenzen hielt. Das mitgebrachte Buch war dann gegen Mittag ausgelesen, und ich machte mich wieder auf den Weg. Weiter auf der Strandpromenade ging es bis zum südlichen Ortsausgang, wobei ich natürlich wieder keine Ahnung hatte, wohin die Reise nun führen sollte. Abendessen hatte ich für 18.30 Uhr reserviert, also war noch einiges an Zeit zu überbrücken. Der weitere Weg führte mich durch ein größeres Wohngebiet mit teilweise erschreckenden Steigungen. Diese Höhenunterschiede in der Landschaft sind wohl der deutlichste Unterschied zwischen Nord- und Ostsee und für mich und meine Knochen letztlich der Grund, warum ich die Nordsee unterm Strich leicht bevorzuge. Jedenfalls ging es nach einigen Kilometern langsam wieder Richtung Altstadt. Ich achte beim Spazieren ja nicht nur auf interessante Gebäude und Fotomotive, sondern auch auf Plakate, Straßenschilder usw.; da findet man immer wieder lustige und bemerkenswerte Dinge. So gibt es in Eckernförde ein Stadtviertel, in dem die Straßen nach Admirälen und Generälen des Ersten Weltkrieges benannt ist, u.a. Scheer, Tirpitz, Hindenburg. Direkt parallel zur Hindenburgstraße verläuft der Bertha-von-Suttner-Weg, benannt nach der Friedensnobelpreisträgerin, die mit den vorgenannten Herren ja wirklich nichts gemeinsam hatte, ganz im Gegenteil. Über die Reeperbahn (ja die gibts nicht nur in Hamburg!) gelangte ich dann schließlich zur Altstadt. Sehr belebte Fußgängerzone, keine leerstehenden Geschäfte, Fachwerkhäuser - absolut kein Vergleich zu Rendsburg, um das nochmal zu betonen. Besonders schön die engen Gassen, in denen teilweise noch richtige kleine Fischerhäuschen standen, inzwischen natürlich renoviert und bestimmt auch modernen Ansprüchen genügend. Bis zum Abendessen war immer noch etwas Zeit, die ich auf einer Bank im Hafen verbrachte und mir zum Glück keinen Sonnenbrand holte. Im Ratskeller fand der schöne Tag dann einen würdigen Abschluss.


Am Dienstag ging es nicht nach Norden, sondern eher nach Osten, und zwar bis auf die Insel Fehmarn. Auf dem Weg dorthin machte ich spontan noch Halt in Heiligenhafen. Viele Jahrzehnte zurück war mein Vater hier oft zum Angeln, und ich fand den Gedanken spannend, wie er den Ort wohl heute wahrgenommen hätte, da es hier bestimmt ganz anders aussieht als in den 70er-Jahren. Ich entschied mich für eine Runde um den sog. Binnensee, der erst in den 50ern durch künstliche Landaufschüttung an der Küste entstanden ist. Um den "See" herum erreichte ich die (frühere) Halbinsel Steinwarder, und es ging auf der Küstenpromenade entlang bis zur großen Seebrücke. Auf dieser kann man ein paar hundert Meter quasi "in die Ostsee" laufen, was natürlich eine beeindruckende Sache ist. Ganz vorne auf der Plattform habe ich dann einige Zeit die Sonne genossen. Vorbei am riesigen Yachthafen ging es anschließend zurück zum Auto und mit selbigem weiter Richtung Insel Fehmarn. Was genau ich dort eigentlich wollte, war noch völlig unklar :-) Über die Fehmarnsundbrücke bin ich zunächst einfach weiter geradeaus gefahren bis zum Fährhafen Puttgarden. Hier bezog ich Posten auf einer großen Fußgängerbrücke über Zufahrten zu den Fähranliegern, von der man bis zur (vermutlich noch fernen) Fertigstellung der Festen Fehmarnbeltquerung den in schneller Folge an- und ablegenden Fährschiffen zuschauen kann. Für den tief im Binnenland wohnenden Reisenden ist es faszinierend, wie schnell so ein großes Schiff viele Dutzend PKW und LKW ausspuckt und anschließend wieder verschluckt. Der Eisenbahnfreund in mir schaut dabei gleichzeitig eher traurig auf die traurigen Reste des Bahnhofs Puttgarden, der nach Einstellung des Eisenbahntrajekts 2019 seine Bedeutung endgültig verloren hat und nächstes Jahr stillgelegt werden soll. Nach kurzem Marsch bis vor an den Molenkopf ging es mit dem Auto wieder in südliche Richtung. Als ich durch Burg - den Hauptort der Insel - fuhr, erledigte sich mein ursprünglicher Plan, dort etwas rumzuspazieren. Der Ort war völlig überfüllt, und meine bekannte Aversion gegen große Menschenmassen ließ mich schleunigst wieder das Weite suchen. Das Weite war in diesem Fall die Südostspitze der Insel, wo ich einen Parkplatz direkt an der Steilküste erreichte. Der Weg runter an den Naturstrand war zwar abenteuerlich, aber hat sich gelohnt. Es war längst nicht so viel los wie an einem "richtigen" Strand, und auf einem großen Stein im Schatten ließ es sich prima aushalten, natürlich inkl. dem tollen Blick auf die Ostsee. Da die Heimfahrt ja etwas länger dauern würde, wählte ich eine frühe Uhrzeit fürs Abendessen und machte mich auf den Weg einmal quer über die Insel bis nach Lemkenhafen.  In der dortigen Aalkate gab es eine riesige und sehr leckere Kutterscholle. Nach dem Essen wollte ich spontan länger bleiben und evtl. noch den Sonnenuntergang mitnehmen. Eine kleine aber dafür umso nervigere Horde von Kindern vertrieb mich aber bald von dem eigentlich ruhigen Plätzchen. Dass sich dies im Nachhinein sogar als Segen herausstellte, konnte ich nicht ahnen. Denn auf der Heimfahrt vermeldete das Navi eine Streckensperrung auf der B202 inkl. eines größeren Umwegs. Auf diesem kündigten Straßenschilder eine weitere - dem Navi allerdings unbekannte - Sperrung an. Das führte dazu, dass ich noch weiter außenrum fahren musste, während mich die Blechelse immer wieder in Richtung der gesperrten Straße schicken wollte. Das ganze bei aufziehender Dunkelheit und Wildwechsel - einmal war es sogar wirklich knapp. Jedenfalls kam ich irgendwann in Malente raus, und über Plön und Preetz ging es dann endlich zum Hotel. Puh! 


Nach schönen aber teils auch echt stressigen Vortag wollte ich es am Mittwoch etwas ruhiger angehen lassen und die Stadt Kiel erkunden. Im Vorfeld der Reise wurde ich "gewarnt", dass Kiel keine schöne Stadt sei. Nun sollte man mit solchen Urteilen immer vorsichtig sein, da es wohl in jeder Großstadt schöne und weniger schöne Ecken geben dürfte. Die einzige Ausnahme ist wohl Ludwigshafen, aber das nur am Rande :-) An Ludwigshafen fühlte ich durchaus erinnert, zumindest in Bezug auf die Straßenführung rund um Kiel - Hochstraßen und viel viel Beton. Eine direkte Verbindung zum Kieler Busbahnhof ließ mich für diesen Tag auf das Auto verzichten, da ich mich in der Stadt ohnehin nur zu Fuß fortbewegen wollte. Vom Busbahnhof sind es nur wenige Steinwürfe bis zum Schwedenkai an der Kieler Förde. Just als ich da langlief, erreichte die Stena Scandinavica den Kai - ganz schön dicker Brummer :-) Kurz danach schipperte die Color Magic (größte Autofähre der Welt) heran und vollführte eine für fachunkundige Menschen wie mich erschreckend schnelle 180°-Wende, um dann rückwärts am Norwegenkai anzulegen. Auf meinem weiteren Weg entlang der Förde verabschiedete sich leider die Sonne, und es begann zu nieseln. Warum ich nicht für alle Fälle die extra in den Koffer gelegte Jacke mitgenommen habe.... wer weiß. Das eher doofe Wetter hielt mich jedoch nicht davon ab, vorbei an vielen Bootsanlegern und dem Landtag weiterzulaufen bis hoch zum Marinestützpunkt Kiel (leider noch ohne die Gorch Fock). Vorbei am Flanderbunker wollte ich dann zurück in Richtung Innenstadt. Hierbei ging es durch das große Wohnviertel Blücherplatz, das von den Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg weitestgehend verschont blieb. Die vielstöckigen Backsteinwohnhäuser haben jedenfalls ihren Reiz. Die Luftangriffe sind der Hauptgrund, warum Kiel als vermeintlich unattraktive Stadt erscheint. Im Zentrum gibt es praktisch keine historische Bausubstanz mehr, von ganz wenigen Ausnahmen mal abgesehen. Stattdessen prägen Gebäude aus den 50er- und 60er-Jahren das Bild, und das ist nicht wirklich charmant. Meine Fotoausbeute war jedenfalls sehr bescheiden, vielleicht habe ich die schöneren Ecken aber auch nur verpasst. Die Geschichte des restlichen Tages ist im Übrigen eher schnell erzählt. Abendessen war wiederum erst für 18.30 Uhr geplant, allerdings hatte ich auch keine wirkliche Lust, erst nochmal zurück zum Hotel und dann wieder in die Stadt zu fahren. Also verbrachte ich die nächsten Stunden abwechselnd in verschiedenen Cafes oder damit, kreuz und quer durch die Innenstadt zu laufen. Sehenswerte Gebäude gab es wie bereits erwähnt nur sehr wenige, unter anderem die große Kirche St. Nikolai und das Rathaus mit dem weithin sichtbaren 106 m hohen Turm. Dass das Wetter bis zum späten Nachmittag immer schlechter weil nasser wurde, erwähne ich nur der Vollständigkeit halber. Der doch eher triste Tag endete jedoch noch sehr erfreulich: Das Ristorante Rigoletto (leider ohne Homepage) mit seiner tollen Einrichtung und dem wahnsinnig netten Chef war ein absolutes Highlight!


Haithabu! Klingt wie ein Schlachtruf eines Volkes aus längst vergangener Zeit oder? (Eine andere Formulierung ist mir übrigens nicht eingefallen, da man in Zeiten der Cancel Culture ja viele Worte nicht mehr benutzen darf. Aber egal...) Haithabu ist bzw. war eine bedeutende Wikingersiedlung, und ihre erhaltenen Reste sowie die dazugehörigen Grenzbefestigungen dürfen sich seit einigen Jahren mit dem Titel UNESCO-Weltkulturerbe schmücken. Das allein war natürlich schon Grund genug für einen Besuch. Nun haben es Bodendenkmäler so an sich, dass man von ihnen nicht allzu viel sieht, zumal wenn wie in diesem Fall die Siedlung schon vor beinahe 1000 Jahren untergegangen ist. So auch hier in Haithabu, wo man im Prinzip nur ein paar Mauerreste und Erdhügel sieht sowie ein kleines Freilichtmuseum, in dem man einige Häuser/Hütten im Stile der damaligen Zeit gebaut hat. Dennoch schön anzusehen! Landschaftlich hat mir die Gegend rund um das Haddebyer Noor sehr gut gefallen, zumal das Wetter auch wieder viel freundlicher war als tags zuvor. Leichtsinniger Weise folgte ich dem ausgeschilderten Wanderweg rund um das Noor in der sicheren Erwartung, einfach immer am Ufer entlangmarschieren zu können. Doch weit gefehlt! Nach Überquerung der kleinen Noorbrücke ging es am Ostufer in einen kleinen Waldstreifen, und vor allem mal locker 25 Meter steil bergan. Klingt nicht viel für gute Fußgänger, war für mich über Trampelpfad und windschiefe Holzstufen aber ein ziemliches Abenteuer. Zwar gab es von "da oben" dann natürlich schöne Blicke auf das Noor, aber ich war heilfroh, als ich wieder vorne an der Bundesstraße herauskam und den Parkplatz ansteuern konnte. Weiter ging es dann wieder nach Flensburg, Nichte einsammeln, kleines Mittagsmahl einnehmen und anschließend das wunderschöne Schloss Glücksburg besichtigen. Wir saßen danach noch einige Zeit im Schlosspark, bevor sie zur Arbeit musste und ich mich auf den Rückweg machte. Es war erst früher Nachmittag, und ich hatte für den Abend auch kein Restaurant im Voraus ausgesucht. Also ging es spontan nach Schleswig, wo ich noch etwas im Hafen herumlaufen und mir dann eine Lokalität suchen wollte. Vorab: gute Entscheidung! Architektonisches Wahrzeichen der Stadt ist der Schleswiger Dom, den ich zuerst aufsuchte. Vom Dom ist es nicht weit zum Stadthafen, dem ich auch einen kurzen Besuch abstattete. Inzwischen hatte ich ein indisches Restaurant mit exzellenten Bewertungen recherchiert, welches ich nach Durchquerung des Stadtparks erreichte. Das Restaurant Puri Puri war ein echter Glücksgriff für jemanden, dem die richtige indische Küche bislang völlig unbekannt war. Sehr lecker kann ich nur sagen! Danach noch ein strammer Fußmarsch zurück zum Auto, und ein langer schöner Tag ging zu Ende.


Die Wettervorhersage für den Freitag war ziemlich ernüchternd: Ganztägiger Regen. Letztlich hörte es in Kiel wohl schon am späten Vormittag auf, aber das war nicht vorhersehbar. Meine vorher ins Auge gefassten Reiseziele hatte alle erreicht und für den letzten vollen Tag daher ohnehin keinen besonderen Plan. Bei besserem Wetter wäre ich vermutlich noch irgendwo an einen Strand gefahren, da die Woche schon ganz schön Körner gekostet hatte. Was also tun? Na klar: Bahnfahren geht immer! Also mit dem Bus zum Kieler Hauptbahnhof gefahren, Schleswig-Holstein-Ticket gekauft und in den nächstbesten Zug gestiegen. Dieser fuhr nach Husum, was u.a. die Gelegenheit bot, die oben erwähnte Rendsburger Hochbrücke zu nutzen. In Husum war das Wetter leider auch noch sehr bescheiden, so dass ich bis nach St. Peter-Ording weiterfuhr. Vom dortigen Bahnhöfchen führt der Weg durch ein kleines Waldstück zur Strandpromenade mit dem riesigen Sandstrand und den Salzwiesen. Also hatte ich doch noch die Gelegenheit, auch ein klein wenig Nordseeluft zu schnuppern :-) Einen längeren Marsch auf der Strandpromenade gaben die Beine aber nicht mehr her, und ich machte mich schon recht bald auf den Rückweg zum Bahnhof. Über Husum ging es wieder zurück nach Kiel. Bei der nochmaligen Überfahrt über die Hochbrücke wurde diese zufälligerweise gerade von der Europa unterquert, die ich später noch beim Einlaufen in Kiel sehen sollte. Klein ist die Welt! Bei inzwischen fast blauen Himmel kam ich wieder in Kiel an und lief noch eine Zeit durch die Fußgängerzone und einige angrenzende Grünanlagen. Letztes Ziel war das Restaurant Lagom, gelegen direkt an der Kieler Förde. Auch das letztlich wieder eine gute Wahl, denn ich konnte dort zum ersten Mal echtes Smörrebröd genießen, belegt mit so ziemlich allem, was die Küche hergab (siehe Bild) :-) Pappsatt reichte es gerade noch für den Weg zur nächsten Bushaltestelle, und mit Umstieg am Bahnhof kam ich kurz vor Sonnenuntergang wieder im Hotel an. Fertig aber glücklich!


Um nicht wieder unnötige Zusatzstunden auf der Autobahn verbringen zu müssen, stellte ich mir den Wecker für den Abreisetag auf 3.30 Uhr und war daher schon kurz vor 5 am Elbtunnel, bei übrigens absolut lausigem Wetter. Selbst um diese Zeit stockte der Verkehr "dank" der Baustellen schon beträchtlich, und auch vor Hannover lief es eher zäh. Allerdings kein Vergleich zum Anreisetag! Die weitere Fahrt war entspannt, und ich kam schon um kurz nach halb 11 in Worms an.

Schön wars!