Sylt im Winter



Zeitraum:  Montag 13. bis Donnerstag 16. Dezember 2021

 

Unterkunft:  Westerland, Hotel Stadt Hamburg

 

An- und Abreise:  per Bahn

 

vor Ort:  zu Fuß


Die Beinahe-Katastrophe in Berlin hat in meiner Psyche einige Spuren hinterlassen. Auch wenn letztlich ja nichts passiert ist und die Schmerzen im Knie nach einigen Wochen nachließen, konnte ich mich zunächst nicht zu einer neuen Tour aufraffen. Seit dem Stolperer fühle ich mich noch deutlich wackliger auf den Beinen als ohnehin schon, was gerade im Herbst/Winter problematisch ist. (Nasses) Laub, niedrige Temperaturen, die mich automatisch an Glätte denken lassen - alles keine guten Voraussetzungen für längere Spaziergänge oder gar Ausflüge. So ging der November ins Land, ohne dass ich irgendwas besonderes unternommen hätte. Letzter Arbeitstag des Jahres war der 23. November, und ich hatte mir fest vorgenommen, vor Weihnachten wenigstens noch einmal für ein paar Tage irgendwo hinzufahren. Lange Zeit ließ die Wetterlage (war es eigentlich früher noch kälter?! "Klimawandel" und so...) keine Reise zu, bis sich dann endlich etwas ergab, nämlich einige Tage mit konstanten Plustemperaturen. Recht spontan entschied ich mich dann für Sylt, weil ich a) die Nordsee mal im Winter erleben wollte und b) auch einfach Bock auf etwas Luxus hatte :-)

 

Nach dieser langen tagebuchartigen Vorrede folgt jetzt nicht der klassische Reisebericht, da ich vor Ort tatsächlich nicht viel unternommen habe. Mir war einfach nicht danach, obwohl ich mich körperlich sogar einigermaßen stabil fühlte. Die Anreise mit dem Intercity war sehr entspannt: Knapp 10 Stunden allein im Abteil, bedeutete auch knapp 10 Stunden Zugfahrt ohne Maske :-) Nach dem Check-In ging es kurz aufs Zimmer (hab mir ein sog. Deluxe-Einzelzimmer mit 28 m² gegönnt) und danach in Hardy´s Bar. Spätestens hier beim ersten (natürlich alkoholfreien!) Cocktail stellte sich dann das Urlaubsfeeling ein. Zum Abendessen ging es nur ein paar Räume weiter ins neu renovierte Bistro des Hotels, wo es einen hervorragenden Label Rouge Lachs gab.


Nach ausgiebigem Frühstück ging es direkt zur Strandpromenade, noch vor Sonnenaufgang. Es war wolkig, aber für Syltverhältnisse beinahe windstill, was mir natürlich sehr entgegenkam. Der Blick auf Strand und Nordsee ist immer wieder ein Erlebnis für den Binnenländer, zumal es für mich ja das erste Mal im Winter war. Die Farben von Himmel und Wasser sind ganz andere als im Sommer, so habe ich es zumindest wahrgenommen. Anschließend bin ich dann wieder zurück zum Hotel für einen vorzeitigen Mittagsschlaf :-) Am Nachmittag ging es nochmal auf eine längere Runde durch Westerland, die mich pünktlich zum Sonnenuntergang wieder zur Strandpromenade führte. Von den über 50 Fotos habe ich für die untenstehende Galerie nur einige wenige ausgewählt. Wahrscheinlich bringen die Bilder es auch nicht so wirklich rüber, aber es war einfach fantastisch! Bedingt durch die wirklich glasklare Luft kamen die Himmelsfarben toll zur Geltung, und mit Blick auf die aufgeschnappten Gespräche auf der Promenade schien ich auch nicht der einzige gewesen zu sein, dem das auffiel. Um 17:00 Uhr war es dann schon stockdunkel, und ich machte mich auf den Weg zum Abendessen in Tobis Hüs. Dort gab es u. a. eine gewaltige und vor allem gewaltig leckere Seezunge - selten einen so leckeren Fisch gegessen!


In der Nacht zum Mittwoch hatte es kräftig geregnet, und auch der Wind war deutlich stärker geworden. Keine guten Voraussetzungen für einen Spaziergang also. Dem entsprechend habe ich mich nach dem Frühstück schlichtweg wieder hingelegt :-) Bin dann erst am frühen Nachmittag nochmal kurz raus, als es zumindest nicht mehr regnete. Eine kurze Runde über den Weihnachtsmarkt und durch die Fußgängerzone, aber runter an den Strand habe ich mich tatsächlich nicht mehr getraut - es war mir einfach zu windig und aufgrund meiner "Wackeligkeit" beim Laufen auch zu gefährlich. Der schlaue Reisende hat für solche Fälle aber immer genug Lesestoff dabei, so dass ich statt rumzulaufen, ein paar gemütliche Stunden im Kaminzimmer des Hotels (total aus der Zeit gefallen aber gerade deshalb so unfassbar gemütlich) verbrachte. Höhepunkt des Tages war das Abendessen in Hardy´s Restaurant, wo wirklich alles perfekt war, vom Essen über die Getränkebegleitung bis zum extraklassigen Service. Jeden einzelnen Cent wert! Der Abend endete dann standesgemäß nebenan in der Bar.


Rundum zufrieden fuhr ich am nächsten Tag wieder nach Hause. Auf der Heimfahrt hatte ich zwar von Hamburg einen eher nervigen Vertretertyp im Abteil, aber dafür gibt es ja Kopfhörer :-)

 

Ich verstehe übrigens jeden, der sich fragt, ob es sich wirklich lohnt, für ein paar Spaziergänge und Fotos von einem Sonnenuntergang summa summarum über 1000 EUR auszugeben. Fragt euch das ruhig, ich weiß dass es mir das wert war ;-)