Lausitz



Zeitraum:  Samstag 31.10. bis Samstag 07.11.2020

 

Unterkunft:  Spremberg, Hotel Georgenberg

 

An- und Abreise:  Auto

 

vor Ort:  zu Fuß, Auto, Bahn, Straßenbahn, Taxi


(geschrieben am 29.+30.12.2020)

Am letzten Tages im Oktober ging es also in die Lausitz - ein mir bis dato völlig unbekannter Teil von Deutschland. Unter konsequenter Missachtung des coronabedingten Reiseverbotes ging es auf die 630 km mit dem Auto, die ohne Probleme absolviert wurden. Mein ungefährer Reiseplan sah Besuche in Cottbus, Bautzen und Görlitz vor, weitere Ziele sollten spontan ausgewählt werden. Spremberg als "Stützpunkt" wählte ich wegen seiner in Relation zu den Reisezielen zentralen Lage und war damit gut bedient. Das Hotel erfüllte mit Ausnahme des nicht so bequemen Bettes alle Anforderungen. Eine davon war die Nähe zum Spremberger Bahnhof, der etwas ungewöhnlich oberhalb der Stadt liegt. Die Wettervorhersage versprach ab dem zweiten Urlaubstag für die Jahreszeit noch recht Gutes und hielt das dann auch überwiegend ein. Vorab kann ich schon sagen: Es war ein fantastischer Urlaub, bei dem auch wirklich fast alles perfekt geklappt hat!

 

Den Anreisetag wollte ich noch etwas zur Erkundung von Spremberg nutzen, allerdings bei ziemlich viel Regen. Wie gesagt, lag mein Hotel oberhalb der Stadt, zu der ich dann erstmal runterlaufen musste. Auf dem Weg verlief früher mal die Strecke der Spremberger Stadtbahn. Die Stadt selbst bietet jetzt keine außergewöhnlichen Sehenswürdigkeiten, ich bin einfach nur etwas durch die Altstadt gelaufen, u. a. auch auf der Suche nach einem Restaurant für den Abend. Nicht bedacht hatte ich dabei allerdings den bevorstehenden zweiten Lockdown, so dass alle aufgesuchten Lokale bereits voll besetzt bzw. sogar schon geschlossen waren. Da der Regen nicht aufhören wollte und eine Busverbindung auch nicht gegeben war, ging es tatsächlich mit dem Taxi zurück zum Hotel. Ein sehr gutes Abendessen machte den etwas holprigen Urlaubsstart aber wett.


Bei noch sehr ausbaufähigem Wetter ging es am ersten vollen Urlaubstag mit dem Zug nach Cottbus. Um zur Innen- und Altstadt zu gelangen, muss man den Cottbuser Hauptbahnhof seltsamerweise durch den Hinterausgang verlassen und landet mitten in einer Brache. Erstes auffälliges Gebäude ist dann der ehemalige Bahnhof der Spreewaldbahn. Ich hatte mir für den Besuch in Cottbus keine speziellen Ziele herausgesucht und bin dann einfach Richtung Zentrum gelaufen. Vorbei kam ich unter anderem am Staatstheater Cottbus, Stadthaus, Stadthalle usw. Vielleicht lag es ja auch am trüb-regnerischen Wetter, aber wirklich gefallen hat mir die Stadt nicht. Zum Glück sollte sich das noch ändern! Völlig unbekannt war mir nämlich die Tatsache, dass Cottbus im Verhältnis zu seiner Größe übermäßig viele Parks und Grünanlagen besitzt. Sozusagen hinter den Gebäuden des Landgerichts Cottbus mit dem schönen Schlossturm beginnt der Goethepark, der dem Verlauf der Spree folgt. Hier verwies mich dann ein Hinweisschild auf das nicht allzuweit entfernte Stadion der Freundschaft und - noch interessanter :-) - auf die Cottbuser Parkeisenbahn. Diese hatte tatsächlich heute ihren letzten Betriebstag des Jahres - also nichts wie hin! Mit der Bahn ging es dann durch den Spreeauenpark, vorbei am Zoo bis zur Endstation "Park & Schloss Branitz". Der Branitzer Park - so lernte ich an diesem Tag - ist der größte und bedeutendste in Cottbus. Auf gewundenen Wegen kann man hier einige Kilometer machen, was ich dann auch tat. Im östlichen Teil des Parks befinden das schöne Schloss Branitz und ein Museum - beides "natürlich" dank des am nächsten Tag beginnenden Lockdowns geschlossen. Ohne es genau verfolgt zu haben, bin ich wohl eine große Runde innerhalb des Parks gelaufen, vorbei an riesigen alten Bäumen und sogar einigen Pyramiden (!) Schon ziemlich geschafft ging es mit der Parkeisenbahn wieder zurück zu ihrem Endbahnhof, und von dort auf ein paar Linienäste der Straßenbahn. Höhepunkt des Tages war dann das Abendessen wortwörtlich mitten auf/in der Stadtmauer, und zwar im hervorragenden Restaurant "Stadtwächter". Anschließend noch ein tapferer Fußmarsch zum Bahnhof und mit dem Zug zurück nach Spremberg. 


Grün war auch die Farbe des nächsten Tages, denn es ging mit dem Auto nach Bad Muskau zum Weltkulturerbe Fürst-Pückler-Park. Bad Muskau liegt an der Lausitzer Neiße und ist Grenzstadt zu Polen. Hier hatte ich also die Möglichkeit, das einzige an Deutschland angrenzende Land zu betreten, in dem ich bis dato noch nicht war. So hat halt jeder seine Ziele... :-) Der Park ist riesig, wobei ich einen größeren Teil davon - den sog. Bergpark - gar nicht betreten habe, da es dort für mich viel zu steil hoch und runter geht. Über den Haupteingang gelangt man zunächst in den Schlosspark mit dem wunderschönen Schloss Muskau. Zu den Parkanlagen selbst will ich gar nicht so viel schreiben, die Bilder sprechen ja für sich, können es aber auch nur unzureichend wiedergeben. Nach einer Runde um den den Eichsee überquerte ich die Neiße und war im polnischen Teil des Parks angekommen. Hier ging es dann steil bergan, ich stand im wahrsten Sinne des Wortes im Wald. Auf verschlungenen Wegen ging es immer weiter hoch, bis auf einmal ein steinernes Viadukt auftauchte, was man dort jetzt nicht unbedingt vermuten würde. Noch etwas weiter oben findet man die Reste eines leider gesprengten Mausoleums und vor allem einen Aussichtspunkt mit fantastischem Blick auf einen Großteil des Parks. Es war zwar nass und windig, aber die Aussicht entschädigte dafür allemal. Richtig "spannend" wurde es danach: Auf dank Laubfall fast nicht mehr erkennbaren Wegen ging es noch tiefer in den Wald - unheimlich, aber auch unheimlich schön. Menschen waren mir inzwischen seit knapp 2 Stunden nicht mehr begegnet, ein Wolf wäre wohl wahrscheinlicher gewesen :-) Trotz kleinerer Stolperer bin ich aber irgendwie wieder rausgekommen und machte mich auf den Weg hinab in den Schlosspark. Auf der anderen Seite am Schloss vorbei ging es in Richtung südlichster Ecke des Parks, von wo aus es nicht mehr weit bis zur Postbrücke über die Neiße war. Direkt hinter der Brücke erstreckt sich am anderen Ufer ein sog. "Polenmarkt", der - leider - ungefähr allen Bildern entspricht, die man beim Hören/Lesen dieses Begriffs im Kopf hat. Mich hat er allerdings gerettet, da es hier eine geöffnete Toilette gab! Ohne größere Umwege und reichlich geschlaucht ging es danach wieder zurück nach Spremberg.


Am Dienstag ging es nach Bautzen, seines Zeichens die Partnerstadt von Worms. Außer dass es dort früher ein großes Stasigefängnis gab, wusste ich erschreckenderweise so gut wie nichts über Bautzen - und wurde daher umso positiver überrascht. Angereist mit dem Auto, stellte ich selbiges auf einem Supermarktplatz ab und lief von dort aus Richtung Innenstadt. Beim Überqueren der Brücke über die Spree gab es schon einen sehr schönen Blick auf die sog. Alte Wasserkunst. Die Spree verläuft hier gut 20 Meter unterhalb des Straßenniveaus der Altstadt, so dass man auf ein steiles, felsiges Ufer blickt. Erstes Ziel in der gut erhaltenen Altstadt war der Hauptmarkt mit seinen alten Handelshäusern und dem großen Rathaus. Direkt dahinter steht der Dom St. Petri, bei dem vor allem der markante "Knick" im Kirchenschiff auffällt. So wie es verstanden habe, ist bis heute gar nicht klar, warum das Kirchenschiff so gebaut wurde. Sieht aber auf jeden Fall interessant aus. Durch die schönen engen Altstadtgassen bin ich dann in östliche Richtung gelaufen, raus aus dem Stadtzentrum. Warum genau, weiß ich natürlich nicht mehr, es ging halt einfach immer geradeaus weiter :-) Irgendwann bin ich dann wohl rechts abgebogen und durch ein größeres Wohngebiet Richtung Bahnhof marschiert. Immer wieder schön sind in solchen Städten die vielen Bürgerhäuser und kleinen Villen, sofern sie einigermaßen restauriert sind. Bauruinen gab es hier natürlich auch, aber doch nur wenige. Vom Bahnhof ging es wieder zurück, vorbei an der schönen Maria-und-Martha-Kirche und schließlich zum bereits erwähnten Gefängnis, heute Gedenkstätte Bautzen. Da die Gedenkstätte - wie alles andere auch - geschlossen war, blieb es bei ein paar äußerlichen Eindrücken, die naturgemäß nicht so viel rüberbrachten. Also wieder zurück in die Altstadt. Hier wollte ich dann einen Fußweg hinunter zur Spree suchen, aber davor gab es noch den Pflichtbesuch im Bautzner Senfshop, wo ich erstaunt war, was man so alles in Senf reinmischen kann :-) Ich fand dann neben der sehenswerten Michaeliskirche einen für mich gangbaren Weg und stand - bei inzwischen strahlendem Sonnenschein - am Spreeufer. Von hier unten wirken die Mauern und der steile Anstieg zur Altstadt nochmal beeindruckender. Ich folgte dann der Spree südlich bis zur nächsten Brücke, über die man einen - scheinbar namenlosen (?) - Park erreicht. Von hier ging es dann erschreckend steil bergauf bis zu der Straße, die mich dann wieder zu meinem Auto führte. Alles in allem ein schöner Tag in Bautzen!


Nächster Tag, nächste Stadt - dieses Mal wieder mit dem Zug, ging die Reise nach Görlitz. Die Altstadt von Görlitz wird oft auch das größte Denkmalgebiet in ganz Deutschland genannt. Was ich bislang von ihr gehört hatte, weckte doch recht hohe Erwartungen, die aber locker erfüllt wurden. Danach sah es zu Beginn des Rundgangs aber gar nicht aus, denn der obere Bereich der vom Bahnhof in die Stadt führenden Berliner Straße ist mehrheitlich von verrammelten und unschönen Häusern gesäumt. Warum ausgerechnet der Platz vor dem Bahnhof so heruntergekommen ist, fand ich seltsam. Je weiter man dann aber Richtung Altstadt kommt, umso schöner wird es. Rund um den Postplatz stehen eine Reihe wunderschöner Gebäude aus der Gründerzeit, heute vornehmlich von Banken genutzt. Vorbei an der Frauenkirche erreicht man das - leider im Moment leerstehende - Görlitzer Warenhaus. Über den Marienplatz und vorbei am Dicken Turm bin ich dann kreuz und quer durch die zahlreichen Gassen der Altstadt gelaufen. Ich weiß gar nicht, an wie vielen sehenswerten Gebäuden aus allen möglichen Epochen (Gotik, Barock, Jugendstil usw.) ich vorbeigekommen bin, aber die ganze Altstadt kam mir tatsächlich wie ein einziges großes Denkmal vor. Dabei wird sie ja auch ganz regulär als Stadtzentrum genutzt, mit Geschäften, Behörden usw. - so wie überall sonst auch, aber halt in einem viel schöneren Umfeld. Hierzu tragen auch die teils erhaltenen Reste der mittelalterlichen Stadtmauer mit ihren Wehrtürmen bei. Ein Highlight von Görlitz ist sicherlich die direkt über der Neiße gelegene Peterskirche mit ihren bei Sonnenschein schneeweißen Türmen. Von hier sind es dann nur wenige Meter zur Altstadtbrücke, über die man ins polnische Zgorzelec gelangt. Ich bin dann rüber und auf der polnischen Seite am Ufer entlanggelaufen bis zur nächsten Brücke, die Papst Johannes Paul II. gewidmet ist. Vorbei an der leider geschlossenen prunkvollen Stadthalle habe ich anschließend den Stadtpark durchquert und irgendwie (?) wieder das Neißeufer erreicht. Hier steht - angesichts der so toll restaurierten Altstadt unfassbar deplatziert, aber gerade deshalb auch wieder schön - die Ruine des Görlitzer Kondensatorenwerks. Wieder zurück in die Altstadt, führte mich mein Weg zur nächsten Straßenbahnhaltestelle und von dort an den Bahnhof, um einem dringenden Bedürfnis nachzugehen. Alle (!) öffentlichen Toiletten in der Stadt - ich habe vier gezählt - waren aufgrund von Corona geschlossen. Finde ich unmöglich, aber naja... Es ging dann weiter auf eine Runde mit der Straßenbahn zu allen Endstationen, was aber größer klingt, als es ist, da das Netz nur aus zwei Linien besteht. Von der Endstelle oberhalb des Neuen Friedhofs bin ich dann durch selbigen wieder zurück ins Zentrum gelaufen. Letztes Ziel schon auf dem Rückweg zum Bahnhof war dann noch die riesige Jägerkaserne, die man sich auch gut als Modellbauvorlage vorstellen könnte. Görlitz ist definitiv eine Reise wert!


Nach zwei Städten war am Donnerstag dann wieder Natur angesagt. Einer der Gründe, warum ich in die Lausitz gefahren bin, war ja der Braunkohletagebau bzw. dessen "Hinterlassenschaften" in Form von sog. Restlöchern, die mit Wasser gefüllt werden sollen. Hierdurch ist inzwischen das Lausitzer Seenland entstanden, und die Landschaft wird sich in den kommenden Jahrzehnten weiter verändern, da es ja viele viele Jahre braucht, die teils riesigen Braunkohlegruben nach und nach zu fluten. So entstand bei mir natürlich schon die Idee, in 5 oder 10 Jahren hier nochmal hinzufahren, um dann die Veränderungen zu sehen - sollte ich gesundheitlich dann noch dazu in der Lage sein. Von meinem Gastgeber wurde mir der Senftenberger See besonders empfohlen, zu dem es dann auch zuerst gehen sollte. Ich parkte mein Auto in der Nähe des Bahnhofs, um auch noch etwas von der Stadt Senftenberg zu sehen. Es ging also zunächst durch die lange Bahnhofstraße und dann einmal um den Altstadtkern herum zum Stadthafen. Hier gibt es einen langen hohen Schiffsanleger, auf dem zwar mächtig der Wind blies, aber bei gerade beginnendem Sonnenschein auch die ersten guten Fotos des Tages entstanden. Der Blick über den See ist hier fantastisch. Ich bin dann in westlicher Richtung am Ufer entlanggelaufen, wo sich an den Hafenbereich ein kleines Wäldchen anschließt, mit Bäumen direkt bis ans Wasser. Zum Laufen wegen des feuchten Laubes und praktisch keiner festen Wege natürlich gerade für mich nicht ungefährlich, aber bis auf ein paar kleine Rutscher ist zum Glück nichts passiert :-) Nach einigen hundert Metern fand ich eine Stelle direkt am Ufer mit einem perfekt platzierten Baumstamm als Sitzgelegenheit. Direkt zu Füßen der See, wolkenloser Himmel, ringsherum Wald, keine Menschenseele in der Nähe - kanns mir fast nicht schöner vorstellen! Es ging dann weiter durch den Wald und schließlich auf einen gut ausgebauten Fuß- und Radweg in Ufernähe. Wenige Meter dahinter begleitet die Schwarze Elster den See, so dass man praktisch auf einer Art breitem Damm läuft. Google Maps kündigte mir nach anderthalb Kilometern dann eine Brücke über den Fluss an, die ich überquerte, um am anderen Ufer wieder zurück Richtung Stadt zu laufen. Es ging fast wieder bis zum Hafen und durch ein Wohngebiet in die Altstadt. Dass der Bergbau die Region geprägt hat, sieht man nicht zuletzt auch an den Straßennamen: Glück-Auf-Straße, Bergbaustraße, Straße der Energie usw. Vorbei an einem - im Verhältnis zur Einwohnerzahl großen - Einkaufscenter führte mich mein Weg dann zum sehr schönen Marktplatz. Seltsamerweise habe ich hier in der Altstadt überhaupt keine Fotos gemacht, schade eigentlich! Nach kurzer Verpflegungspause (leckere Bratwurst) ging es zurück zum Auto und zum nächsten See. Auf der Hinfahrt war mir nämlich der Sedlitzer See aufgefallen, an dessen Ufer man für einige Zeit entlangfährt. Am Eingang zum Örtchen Lieske gibt es einen großen Parkplatz mit Aussichtspunkt. Toll fand ich hier den Unterschied zum Senftenberger See, da dieser ja bereits seit 50 Jahren "voll" ist, während der Sedlitzer See noch im Entstehen ist. D.h. man steht viel höher über der Wasseroberfläche, und die Landschaft sieht noch viel unfertiger oder rauer aus - schwer zu beschreiben. Ich bin dann noch ein paar Kilometer am Ufer entlanggelaufen und wollte eigentlich noch bis zum Rosendorfer Kanal, also der Verbindung von Sedlitzer und Partwitzer See. Das haben die Beine dann allerdings nicht mehr hergegeben, so dass es irgendwann hieß: Rückmarsch zum Auto, solange es noch geht! :-) Jedenfalls war es wieder ein interessanter Tag in schöner Landschaft.


Am letzten Tag vor der Abreise zeigte sich das Wetter leider nicht mehr so schön bzw. für die Jahreszeit eigentlich normal. Ich entschied mich spontan dafür, noch ein paar kleine Städte zu besuchen, ohne aber das ganz große Augenmerk auf Sehenswürdigkeiten usw. Dem entsprechend gibt es auch nicht mehr so viele Fotos. Zunächst fuhr ich mit dem Auto nach Lübbenau und parkte in Bahnhofsnähe. Es ging durch ein Wohngebiet bis zum Großen Spreewaldhafen. Das klingt jetzt spektakulärer als es ist, aber laut Wikipedia ist es die "größte Hafenanlage im gesamten Spreewald" - schön fand ich es auf jeden Fall. Am anderen Spreeufer liegt das Schloss Lübbenau nebst dazugehörigem Schlosspark. Diesen habe ich dann einmal umrundet und bin wieder in die Stadt gelaufen. Am schön restaurierten Marktplatz findet man dann die Sankt-Nikolai-Kirche. Anschließend ging es dann noch auf eine große Runde durch die Stadt, die mich dann wieder zum Bahnhof und kurz darauf zu meinem Auto brachte. Weiter ging es nach Lübben, wo ich etwas vor dem Stadtzentrum parkte und mich dann auf den Weg in selbiges machte. Auch in Lübben gibt es ein größeres Hafengelände rund um die Hauptspree. Im Sommer und ohne Lockdown ist hier sicher eine Menge los, aber bei trübem Novemberwetter und praktisch ohne Menschen sieht es - die Fotos mögen es vermitteln - doch eher trist aus. Ich bin dann eher ziellos durch den - allerdings schönen - Park auf der Schlossinsel gelaufen, von dort weiter ins Stadtzentrum bis zum Marktplatz mit der Paul-Gerhardt-Kirche. Vor dem Rückweg zum Auto gab es noch einen ganz wichtigen Zwischenstopp, und zwar bei Gurken Paule! :-) Ich konnte ja schlecht ohne Spreewaldgurken aus dem Spreewald zurückkommen... Zurück am Auto war ich kräftemäßig schon ziemlich am Ende - die letzten Tage forderten ihren Tribut. Allerdings fehlte mir noch ein wenig zu dem in der Woche entstandenen Ziel "90 Kilometer in 7 Tagen". Also folgte ich der beim Frühstück erhaltenen Empfehlung, doch auch das Örtchen Burg zu besuchen. Gesagt getan und das Auto direkt am Ortseingang abgestellt. Ich folgte dann einfach der Hauptstraße und nach einiger Zeit ging es rechts ab, wo ich eine schöne alte Kräutermühle entdeckte. Wenige Meter daneben steht der schön restaurierte alte Bahnhof Burg mit einigen Relikten der Spreewaldbahn. Von hier ging es dann nochmal auf eine kleine Schleife aus dem Ort heraus, und dann auf der Hauptstraße zurück zum Auto. Die 90 Kilometer waren tatsächlich geschafft, und ich auch! :-)


Nach dem Frühstück am Samstagmorgen endete also ein wirklich toller Urlaub, in dem ich nicht nur Strecken zurückgelegt habe, von denen ich vor einem Jahr noch nicht mal geträumt hätte, sondern in dem ich vor allem auch wunderschöne Landschaften und tolle Städte gesehen habe. Als Urlaubsregion kann ich die Lausitz und den Spreewald unbedingt empfehlen! Meine gute Laune gepaart mit dem erfreulich flüssigen Verkehr ließ mich dann den Rückweg nach Worms ohne Pause durchziehen.