Hamburg und Flensburg



Zeitraum:  Mittwoch 12. bis Samstag 15.08.2020

 

Unterkunft:  Hamburg-Altona, Intercity-Hotel

 

An- und Abreise:  per Bahn

 

vor Ort:  zu Fuß, per Bahn, S-Bahn, U-Bahn


(geschrieben am 23.12.2020)

Eigentlich wäre ich am 14.08. mit der AIDA in Richtung Schottland gefahren und wollte davor noch zwei Tage in Hamburg verbringen. Dank Corona hatte sich die Kreuzfahrt dann irgendwann erledigt, aber den für die Zeit genommenen Urlaub wollte ich trotzdem antreten. Also flugs den Aufenthalt in Hamburg um eine Nacht verlängert und für die Woche drauf noch 4 Tage Dresden dazugepackt.

 

Das Intercity-Hotel liegt in Hamburg-Altona wirklich direkt am Bahnhof. Mein Zug kam auf Gleis 12 an, und von dort zum Hoteleingang sind es tatsächlich nur 30 Meter. Das Hotel selbst erfüllte alle Erwartungen und erwarb sich einen dicken Pluspunkt durch die Klimaanlage, mit der man sicher auch eine Sporthalle runterkühlen könnte :-) Angesichts der hochsommerlichen Temperaturen genau das richtige für mich.

 

Nach dem Einchecken ging es zu Fuß auf eine eher ziellose Runde. Ich bin (vermutlich) der Großen Bergstraße gefolgt bis zum Beginn der Reeperbahn. Im Dunkeln würden mich ja keine zehn Pferde auf die Reeperbahn führen, aber gegen Nachmittag kann man das mal machen. Ist jedenfalls immer wieder ein interessantes Erlebnis, Orte zu sehen, von denen man schon so oft gehört hat. Vorbei an der Davidwache (ohne s!) und den Tanzenden Türmen ging es dann durch irgendwelche Seitenstraßen... ich wollte Richtung Millerntorstadion, habe mich aber scheinbar völlig verlaufen. Das Stadion war dann irgendwann doch erreicht, und es ging über den Millerntorplatz in den Alten Elbpark, an dessen südlichen Ende man dann die Landungsbrücken erreicht. Bei 30° und mehr war ich inzwischen völlig durchgeschwitzt und wollte so langsam zurück Richtung Hotel. Der Rückweg führte mich am Fischmarkt vorbei durch ein eher... naja sagen wir mal alternatives Viertel. Auch hier würde ich mich bei abnehmendem Tageslicht wohl deutlich weniger wohl fühlen. Aber gesehen haben muss man das auch mal. Zum Abendessen ging es ins El Iberico, wo es ganz ausgezeichnete Tapas gab.


Für den zweiten Tag war dann der Besuch im Miniatur Wunderland geplant. Ich bin mit der S-Bahn bis zur Stadthausbrücke gefahren und von dort dann zu Fuß in die Speicherstadt mit kleinem Umweg zur St,-Nikolai-Kirche. Hier entstand (morgens um halb 7) dann auch das Foto am Anfang dieses Beitrages. Zum Miniatur Wunderland brauche ich nicht viel zu sagen. Es ist einfach beeindruckend. Ich habe in den 4 Stunden dort fast 300 Fotos gemacht - man weiß gar nicht, wo man überall hinschauen soll auf den verschiedenen Landschaften. Einzelne Details zu erfassen ist ganz aussichtslos, aber es ist wirklich ein Erlebnis! Sollte man unbedingt hin, wenn man mal in Hamburg ist, auch ganz unabhängig vom Alter. Anschließend bin ich zur Elbphilharmonie gelaufen und an den Landungsbrücken in die U-Bahn gestiegen. Ich fahre ja unheimlich gern mit Straßenbahn, S-Bahn, U-Bahn usw., einfach um ein paar Eindrücke von der jeweiligen Stadt aufzunehmen, und natürlich ist es irgendwo auch entspannend. Es ging in Richtung Wandsbek und Ohlstedt und wieder zurück, aber genau weiß ich es nicht mehr. Jedenfalls war ich irgendwann am Hauptbahnhof, und bin von dort weitergelaufen. Auch hier lässt mich meine Erinnerung ziemlich im Stich (war es wohl die Hitze?!), Ich kam u.a. am St. Marien-Dom vorbei und erreichte wenig später die Außenalster. Hier bin ich dann über die Kennedybrücke gelaufen und von dort weiter in eine Art Botschaftsviertel an der Alster. Unter anderem liegt dort das - strengstens bewachte - US-Generalkonsulat und weitere Botschaften in überwiegend herrschaftlichen Villen. Zum Spazieren ist es hier jedenfalls sehr angenehm, da man die meiste Zeit im Schatten laufen kann. Gelaufen bin ich noch bis zum Tennisstadion Am Rothenbaum, bevor es mit U- und S-Bahn wieder zurück nach Altona ging. Nach kurzem (natürlich wohlverdienten) Nickerchen noch ein kleiner Spaziergang zum Abendessen im hervorragenden Restaurant Eisenstein


Am Freitag sollte es dann nach Flensburg (und Dänemark) gehen. Da ich scheinbar nicht mit dem allerersten Zug gefahren bin, hatte ich noch Zeit, vom Hotel zum Altonaer Balkon zu laufen und eine Weile dem Treiben im Hamburger Hafen zuzuschauen. Danach dann aber ab in den Zug nach Flensburg. Hintergrund dieses Abstechers war eigentlich der Gedanke, mal kurz nach Dänemark rüberzumarschieren - neben Polen das einzige an Deutschland angrenzende Land, das ich bis dato noch nicht betreten hatte. In Flensburg angekommen, überraschte mich zunächst die Tatsache, dass es vom Bahnhof in die Innenstadt doch ziemlich steil bergab ging. Durch die schöne Fußgängerzone und vorbei an der Nikolaikirche führte mich der Weg runter zum Flensburger Hafen. Hier gab es schöne alte und neue Schiffe zu bestaunen, in fast allen Größen. Entlang des Hafenbeckens und weiter zum Nordertor laufend, stand ich dann vor der Frage, wie man denn am geschicktesten nach Dänemark kommt. Die einzige Buslinie fuhr coronabedingt nur bis zur letzten Haltestelle vor der Grenze, einem großen Parkplatz an der B200, ungefähr mitten im Nirgendwo. Hier steht lediglich noch ein Hotel, ein großer Getränkemarkt, und rechts und links der Bundesstraße geht es mehr oder weniger in den Wald. Von weitem konnte ich schon sehen, dass der Grenzübergang auf der Straße recht massiv von der Dänischen Polizei bewacht wurde. Also ab in den Wald und solange nach Norden gelaufen, bis das Handy mir sagte, dass ich jetzt im Bereich des dänischen Funknetzes sei. Bei Google Maps habe ich die Stelle nicht mehr genau wiedergefunden, aber ich war wohl mindestens 100 Meter weit in Dänemark. Immerhin! :-) Anschließend mit dem Bus wieder zurück nach Flensburg und zu Fuß durch die Stadt, noch vorbei an der Flensburger Brauerei zurück zum Bahnhof - hier natürlich dann steil den Berg hoch, was doch ziemlich geschlaucht hat. Höchste Zeit für die Rückfahrt nach Hamburg-Altona und zum Abendessen. Selbiges gab es in der sehr urigen Speisewirtschaft Opitz.


Vor der Heimreise hatte ich morgens noch einige Stunden und bin mit der S-Bahn nach Wedel gefahren, warum auch immer... Jedenfalls konnte ich so den mir bis dato völlig unbekannten Wedeler Roland ablichten. Im Anschluss mit der S-Bahn wieder zurück in Richtung Innenstadt. Hier erinnere ich mich noch dunkel an einen kleinen Marsch, der am Hauptbahnhof endete, fotografiert habe ich aber nur noch das Hamburger Rathaus. Gegen 10 Uhr bestieg ich dann den ICE in Richtung Heimat.