Dresden und Leipzig



Zeitraum:  Dienstag 18. bis Samstag 22.08.2020

 

Unterkunft:  Dresden, Intercity-Hotel

 

An- und Abreise:  per Bahn

 

vor Ort:  zu Fuß, Straßenbahn, Bus, Fähre, Museumsbahn


(geschrieben am 23.12.2020)

Von Hamburg über Worms nach Dresden - kann man ja mal machen. 2010 (2009?) war ich schonmal für drei Nächte in Dresden, damals aber noch mit viel weniger Ahnung und auch ohne Kamera. Die Unterkunft im Intercity-Hotel erfüllte alle Erwartungen, auch hier war wie in Hamburg die Klimaanlage sehr ordentlich. War angesichts furchtbarer Außentemperaturen auch absolut nötig.

 

Nach dem Einchecken ging es zu Fuß natürlich direkt in die Altstadt. Zu dieser - überhaupt zu Dresden - muss man ja eigentlich nicht mehr viel erzählen. Es ist einfach nur wunderschön. Die ganzen Gebäude, jedes für sich genommen und nochmal besonders in dieser Fülle auf so engem Raum - das ist wirklich sehr beeindruckend. Man braucht als Besucher auch keinen besonderen Plan, wie man durch die Stadt laufen soll, denn egal in welche Richtung kommt man sehr bald wieder an einer Sehenswürdigkeit vorbei. Nach der Reihenfolge der Bilder bin ich wohl zunächst Richtung Rathaus (mit seinem tollen Türmchen) gelaufen und von dort weiter zur Kreuzkirche. Über den Altmarkt geht es dann - natürlich - zum Neumarkt und zur Frauenkirche. Auch zur Frauenkirche kann man sich die Worte sparen, wenn man davorsteht, sich die Bilder aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg ins Gedächtnis ruft, kann man nur beeindruckt sein. Das gilt nicht nur für die Kirche an sich, sondern für das gesamte Areal rund um den Neumarkt. Hier sind reihenweise wunderschöne Häuser (wieder)entstanden, die einen erahnen lassen, wie es hier auch vor hundert und mehr Jahren mal ausgesehen hat. Beeindruckend! Hofkirche - Semperoper - Zwinger -> so lautet dann die quasi natürliche Reihenfolge auf dem weiteren Spaziergang. Gerade auch die Katholische Hofkirche ist aus meiner Sicht ein wunderschöner Bau - die momentane Baustelle rund um die Augustusbrücke kann den Eindruck nicht wirklich trüben. Über die Brühlsche Terrasse ging es dann wieder zurück in die Altstadt und zum kulinarischen Ziel des Tages: Ristorante MammaMia. Nach dem sehr guten Essen brauchte es dann noch einen kleinen Verdauungsspaziergang, hier entstanden dann wie ich finde recht schöne Bilder von Dresden in der Dämmerung, die euch nicht vorenthalten werden sollen.


Rumlaufen, Straßenbahn fahren und endlich das Grüne Gewölbe besichtigen - so lautete der Plan für den ersten vollen Tag in Dresden. Ich bin zunächst mit der Straßenbahn über die Elbe gefahren bis nach Mickten... oder war es Kaditz? Irgendwie fehlt mir hier komplett die Erinnerung. Bin zwischendrin wohl ein Stück gelaufen und dann in die nächste Bahn in Richtung Zentrum. Zu Fuß ging es weiter in der Nähe des Bahnhofs Dresden Neustadt, aber genauer weiß ich es erschreckenderweise nicht, und Fotos gibt es auch keine. Wie dem auch sei, irgendwann war ich wieder an der Elbe bzw. auf den Elbwiesen, und bin über die Augustusbrücke zurück in die Altstadt gelaufen. Vorbei am Zwinger ging es bis zur Yenidze - ein tolles Gebäude mit spannend-lustiger Geschichte. Von hier dann wieder mit der Straßenbahn zum Straßburger Platz. Ziel war die Gläserne Manufaktur von VW, wo ich zum ersten Mal den ID.3 (schreibt man den so?) gesehen habe. Noch viel interessanter für das Kind im Manne war aber natürlich die unvermeidliche Rundfahrt mit der Dresdner Parkeisenbahn. Anschließend war es wieder Zeit für die Fahrt in die Altstadt, da ich ja ins Grüne Gewölbe wollte. Den nicht minder beeindruckenden "Rest" der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (Gemäldegalerie, Rüstkammer, Porzellansammlung usw.) hatte ich bereits beim Besuch vor 10 Jahren gesehen. Leider darf man im Grünen Gewölbe nicht fotografieren, aber es war ein tolles Erlebnis. Die verschiedenen Räume mit den Sammlungen an Glas, Porzellan, Juwelen, Bernstein usw. mit den jeweils dazu abgestimmten farbigen Wänden, Decken und Fenstern - das ist schon etwas ganz Besonderes. Jetzt beim Schreiben merke ich, dass es insgesamt wohl ein ziemlich langer Tag war, denn es ging danach noch weiter. Und zwar in den Stadtteil Blasewitz zum Blauen Wunder. Bin einmal über die Brücke gelaufen und noch einige Meter durch Loschwitz, bevor es wieder zurück zur Straßenbahnhaltestelle ging. Auf der Rückfahrt sah ich dann noch die eindrückliche Ruine der Trinitatiskirche - also nochmal ein kurzer Stopp. Damit war es dann auch gut, und es stand der kulinarische Abschluss des Tages an. Hierzu ging es in die äußere Neustadt in ein doch ziemlich alternatives Viertel in ein Restaurant mit dem ebenso alternativen Namen lila Soße. Aber es war sehr gemütlich und lecker!


Mit dem Intercity braucht man von Dresden nach Leipzig ziemlich genau eine Stunde. Da ich die Stadt in guter Erinnerung hatte, wollte ich ihr nochmal einen Besuch abstatten. Mein Weg führte mich vom gigantischen Leipziger Hauptbahnhof zunächst recht ziellos durch die Fußgängerzone. Leipzig ist ja nicht zuletzt bekannt für markante Orte im Zusammenhang mit der Wiedervereinigung, so u.a. auch die Nikolaikirche, an der ich vorbeikam. Über den Augustusplatz und vorbei am Gewandhaus ging es immer noch ohne rechten Plan weiter nach Süden. Nach einigen Irrungen und Wirrungen stand ich dann vor dem beeindruckenden Reichsgerichtsgebäude, das heute als Sitz des Bundesverwaltungsgerichts dient und seine Ähnlichkeit mit dem Reichstagsgebäude in Berlin nicht verleugnen kann. Von hier ging es weiter zum Bayerischen Bahnhof, wo ich erstmals an diesem Tag in die Straßenbahn stieg. Ausgestiegen bin ich dann am Eingang zum alten Messegelände (dort wo die zwei großen M stehen) und weiter zu Fuß durch den Wilhelm-Külz-Park bis zum Völkerschlachtdenkmal. Egal was man über den Hintergrund seiner Erbauung denken mag, das Denkmal an sich ist aus meiner Sicht einfach nur schön. Dazu gehört natürlich auch die grandiose Aussicht von der mittleren Plattform, die ich dank Aufzug noch erreichen konnte. Weiter hoch geht es dann nur noch über eine Wendeltreppe - 2010 bin ich da tatsächlich noch hochgekraxelt, heute leider völlig unmöglich. Anschließend ging es zunächst zum Hauptbahnhof zurück, wo ich a) etwas essen wollte und b) meine ärgerlicherweise in der Straßenbahn vergessene Mütze ersetzen musste. Leider nicht die erste und auch nicht die letzte, die auf diesem Weg verloren gegangen ist :-) Wie auch immer... Gut gestärkt und bemützt ging es weiter mit der Straßenbahn bis ans Sportforum, wo die Red Bull Arena im Zentralstadion steht - und zwar wortwörtlich. Ein architektonischer Albtraum, aber so ist die moderne Zeit halt... Danach fuhr ich noch ein bisschen mit der Straßenbahn durch die Gegend, kam scheinbar noch an der Thomaskirche und der Deutschen Nationalbibliothek vorbei und bin irgendwann wieder zurück nach Dresden gefahren. Auch hier ist die Erinnerung an einige Stunden traurigerweise fast komplett verschwunden. Sehr gut erinnern kann ich mich dagegen ans Abendessen - wen wunderts! :-) Es ging in ein spanisches Restaurant direkt an der Frauenkirche mit dem so passenden Namen Las Tapas - selbige gönnte ich mir dann in großer Zahl.


Für den Freitag waren erschreckende 37° gemeldet, so dass ich unbedingt bis zum Mittag wieder in meinem kühlen Hotelzimmer sein wollte. Dem entsprechend ging es auch etwas früher los, und das erste Foto des Tages entstand um 5.53 Uhr :-) Die Frauenkirche im Morgengrauen hatte mir noch gefehlt, auch wieder sehr beeindruckend. Mit der Straßenbahn ging es dann gaaanz weit raus bis nach Kleinzschachwitz und hier mit der Fähre über die Elbe. Ziel war das Schloss Pillnitz, welches ich mir zumindest mal von außen anschauen wollte. Fragt mich aber bitte nicht, warum ich es nicht fotografiert habe - ich habe keine Ahnung. Bei noch halbwegs erträglichen Temperaturen bin ich dann wieder in die Straßenbahn gestiegen und einmal ziemlich quer durch Dresden gefahren. Es ging bis nach Radebeul, genauer zum Bahnhof Radebeul Ost. Für einen Besuch am Grab von Karl May blieb leider keine Zeit, denn es stand die Fahrt mit der historischen Lößnitzgrundbahn an. Die Reise ging von Radebeul nach Radeburg und natürlich auch wieder zurück. Auf der Plattform des Wagens und überwiegend durch bewaldetes Gebiet inkl. Fahrtwind ließ es sich dann ganz gut aushalten. Zurück in Radebeul war es dann aber eindeutig zu warm, so dass ich ohne weiteren Umweg mit der Straßenbahn zurück zum Bahnhof gefahren bin. Nichts wie ab ins Hotel! Am Abend - bei immer noch deutlich über 30° ging es dann - natürlich - wieder an die Frauenkirche zum Abendessen ins fantastische Restaurant Ontario.


Quasi "pünktlich" zu meiner Abreise hatte es dann doch ein wenig abgekühlt, und ich konnte zum Glück nochmal die morgendliche Luft bei einer kleinen Runde durch die Altstadt genießen. Mit Umsteigen in Leipzig und Mannheim ging es dann wieder zurück in die Heimat. Auch Dresden wird mich sicher nicht zum letzten Mal gesehen haben.