Bodensee



Zeitraum:  Mittwoch, 13. bis Donnerstag 14.04.2022

 

Unterkunft:  Friedrichshafen, Stadthotel Kleiner Berg

 

An- und Abreise:  per Bahn

 

vor Ort:  zu Fuß, per Bahn


Vom Bodensee habe ich vergangenes Jahr bereits ein paar Ecken kennen gelernt, z.B. diese und diese hier. Da es mir dort sehr gut gefallen hat, lag es nahe, auch heuer wieder an den Bodensee zu fahren. Das Reiseziel Insel Lindau wurde spontan gewählt, wie lange ich dort bleiben und/oder wo ich ggf. übernachten wollte, war bei der Abfahrt noch völlig offen. 

 

Die Insel Lindau liegt fast an der östlichen Ecke des Bodensees, nur unweit der deutsch-österreichischen Grenze. Die Stadt Lindau hat ihre Keimzelle auf der Insel, wobei sich das Stadtgebiet durch Eingemeindungen inzwischen auch weit auf das Festland ausgedehnt hat. Um es mit wenigen Worten zu sagen: Die Insel ist ein wunderschönes Fleckchen Erde! Es gibt einen ca. 4 km langen Rundweg um die Insel, beschildert mit vielen Infotafeln, die einen guten Einblick in die Geschichte der Insel bzw. der Stadt geben. Dabei läuft man bis auf wenige Meter immer direkt am Ufer entlang und hat - das entsprechende Wetter vorausgesetzt - einen traumhaften Blick auf den Bodensee und weit darüber hinaus in die Alpen. Besonders schön der kleine Hafen mit dem südlichsten Leuchtturm Deutschlands. Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung sind auch noch einige Reste erhalten. Außerdem sehenswert der Bahnhof Lindau-Insel mit dem leider etwas renovierungsbedürftigen Bahnhofsgebäude und den für die heutigen Anforderungen völlig überdimensionierten Gleisanlagen. Hierzu muss man wissen, dass der Fernverkehr vor kurzem zum wieder in Betrieb genommenen Bahnhof Lindau-Reutin auf das Festland verlagert wurde, wobei die Bahnanlagen in und um Lindau wegen ihrer Komplexität ohnehin ein Kapitel für sich sind. Das schönste Gebäude auf der Insel ist aus meiner Sicht eindeutig das prächtige alte Rathaus, in dem 1496/97 sogar ein Reichstag stattfand. 

 

Und jetzt noch ein paar Worte zu meiner Reise.

Von Worms nach Lindau benötigt man mit zwei Umstiegen eigentlich vier Stunden. In meinem Fall waren es aber fünf, da die NBS Mannheim-Stuttgart kurzfristig gesperrt war und der ICE einen großen Umweg fahren musste. Aber alles halb so wild... Vom angesprochenen Bahnhof Lindau-Reutin sind es nur wenige Hundert Meter bis zur Brücke auf die Insel. Bei absolutem Traumwetter bin ich in den folgenden Stunden dem Rundweg gefolgt, wobei ich mir wirklich viel Zeit gelassen habe. Nach der Runde ging es dann noch einmal quer durch den Stadtkern und vorbei an weiteren Sehenswürdigkeiten bis hinunter an den Inselbahnhof. Erst hier machte ich mir Gedanken über die weitere Reiseplanung. Da es auf der Insel proppenvoll war, erschien es mir eher unklug, dort ein Restaurant für den Abend und/oder eine Übernachtungsgelegenheit zu suchen. Stattdessen fuhr ich mit dem Zug ins nicht weit entfernte Friedrichshafen. Ein günstiges Hotel war schnell gefunden und dank Tripadvisor auch wieder ein sehr gutes Restaurant, das Steakhouse Tiffany´s. Vor dem Abendessen habe ich noch einige Zeit auf der wunderschönen Strand- bzw. Uferpromenade Friedrichshafen verbracht, wobei es körperlich nicht mehr für eine größere Runde reichte.


Nach dem Frühstück machte ich mich erneut auf den Weg zur Uferpromenade bzw, zum Aussichtsturm in der Hafeneinfahrt. Das Wetter war bereits wieder richtig toll und der Blick - natürlich von unten, da der Turm nur über Treppen begehbar ist - über den See einfach ein Traum. Aber wie nun weiter? Zu einer ausführlichen Erkundung von Friedrichshafen konnte ich mich nicht aufraffen und bestieg stattdessen den Zug Richtung Richtung Radolfzell, also über die Bodenseegürtelbahn. Wie es von dort aus weitergehen sollte, war immer noch unklar. Beim Blick in den DB Navigator kam mir dann eine Idee: Ludwigshafen! Nein, nicht das hässliche neben Mannheim, sondern das andere - Ludwigshafen am Bodensee! Also in Radolfzell raus und in die nächste Regionalbahn eine Station zurück nach Ludwigshafen. Der Bahnhof liegt nicht mal 100 Meter vom Seeufer entfernt, und ich ließ mich dort einfach auf einer Bank nieder und widmete mich einem meiner mitgeschleppten Bücher (drei ist übrigens die absolute Obergrenze für den kleinen Rucksack!). Nach einer Stunde ging es wieder zurück nach Radolfzell, wo ich zwischen verschiedenen Möglichkeiten zur Weiterfahrt wählen konnte. Im Nachhinein klugerweise entschied ich mich für den Regionalexpress nach Karlsruhe, der aber erst in einer Stunde abfahren sollte. So konnte ich die Zeit noch für einen kurzen Bummel durch die Altstadt nutzen, vorbei am Radolfzeller Münster und durch den malerischen Stadtgarten. Die Heimreise Richtung Karlsruhe führte dann über die wunderschöne Schwarzwaldbahn mit tollen Ausblicken fast während der gesamten Fahrt.